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Wir stellen uns den Fragen.

             

In einem neuen Veranstaltungsformat in Form einer Webkonferenz werden wir zukünftig einmal im Monat Fragen zum Erfahrungsfeld Bauernhof beantworten. Vielleicht geht es dir so, dass du schon lange nichts mehr vom Erfahrungsfeld Bauernhof gehört hast, oder nicht mehr genau weißt worum es geht. Oder du es jemanden empfehlen möchtest, du es aber inhaltlich nicht so gut erklären kannst. Dafür ist dieses Webinar geeignet.

Wir entschieden uns dies nun einmal auszuprobieren um festzustellen wer sich dafür interessiert und welche Fragen entstehen. Diese Fragen werden wir zunehmend sammeln und wenn wir sie nicht in den halb bis einstündigem Webinar beantworten können, dann werden wir auch gezielt themenbezogene Webinare dazu anbieten.

 

Die Voraussetzungen für ein Webinar sind recht einfach. Ihr bekommt nach eurer Anmeldung per Mail einen Link zu unserer Webinarplattform gesendet. Außerdem eine zusätliche Telefonnummer und einen Veranstaltungscode.

Ihr benötigt einen PC mit Internetanschluss und ggf. ein Headset.

Ihr folgt dem Link und den Anweisungen und gebt die Veranstaltungsnumer ein.

Solltet ihr kein Headset haben, klickt ihr auf „Mit Telefon einwählen“ und stellt mit einem Telefon die Verbindung in diesen Webinarraum her.

 

Da wir auf Spenden und sonstige Förderungen angewiesen sind, auf Grund des großen Ehrenamtsteils, bieten wir das Webinar kostenpflichtig an. Wir erstatten jedoch die Kosten, falls Empfehlungen dafür ausgesprochen werden. Die sich anmeldende Empfehlung sollte dies uns jedoch schriftlich erklären (Ich bin empfohlen worden von…)

Außerdem bieten wir innerhalb eines festen Buchungsfensters für Frühbucher das Webinar kostenlos an. Das könnt ihr am besten herausfinden wenn ihr gleich auf die Veranstaltung unten klickt. Dort ist zu sehen ob ihr innerhalb des kostenlosen Zeitfensters seid oder nicht.

 

Ansonsten, freuen wir uns, wenn wir darüber wieder intensiver in Kontakt treten und gezielt mit Denjenigen wieder in Dialog kommen die es bereits tun, oder denjenigen die es in Zukunft machen wollen.

 

HIER findet ihr die Veranstaltung.

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Eine Dose Kaugummi – Dialoge nachhaltig gestalten

Dialog, Jasper, Bauer Willi

Ein Bild für die Verantwortung des Landwirts im Umgang mit Spritzmitteln

Bauer Willi veröffentlichte vor ein paar Tagen in seinem Blog  einen “Brief eines jungen Landwirtes” der auch mir ans Herz ging. Jasper Becker schreibt darin über den Beruf des Landwirts, den er in der Gesellschaft als denjenigen Beruf erlebt, über den so viele Menschen schlecht reden und auch noch vorschreiben wollen, wie er zu tun sei. Und er schilder auch, was das Darstellen von Fakten und der Dialog bewirkt:

Denn wie schnell und einfach man den interessierten Besuchen Dinge erklären konnte war verblüffend. So hatten wir eine Dose Kaugummis. Gewöhnlich passen dort 100 ml rein. Bei der Vorstellung dass wir diese Menge als Pflanzenschutzmittel auf 1,5 Fußballfeldern verteilten, schauten die Menschen nicht schlecht. „Und ich kippe immer eine ganze Flasche in die Gießkanne und dusche die 20qm Terrasse ab.“ Wenn man dann noch erklärt, dass Glyphosat über das Blatt wirkt, und wir Landwirte mit unserer Technik einen viel feineren Spritznebel schaffen können, sind die Zuhörer völlig erstaunt. Den Menschen ist eben nicht klar, dass wir Landwirte wissen was wir tun und dass dies alles begründet ist. Wir spritzen oft nachts, damit keine Bienen in den Beständen sind, wir müssen wegen Wind auch schonmal am Wochenende spritzen. Und wir dreschen doch nicht Sonntags um uns vor dem Gottesdienst zu drücken!

Lieber Jasper, ich stimme dir zu, was den Dialog und auch die Fakten betrifft. Gleichzeitig weiß ich aus eigener Erfahrung, wie schwer dieser Dialog ist.

Dialog und Nachhaltigkeit

Als ich selbst in deinem Alter in der Lehre war, durfte ich auch Führungen bei den Hoffesten machen und erlebte ein großes Interesse, wenn ich von den Zusammenhängen sprach und auch erzählte, wie wir unseren Anbau auf dem Betrieb gestalteten. Mein “ABER” hängt an etwas anderem: Wie schaffen wir es, den Dialog auch nachhaltig zu machen?

Zuerst einmal gilt es für sich selbst klar zu prüfen, ob die Begeisterung, die man bei seinen Zuhöreren erlebt, auch nach einer Woche und nach einem Monat eigentlich noch anhält.

Dann taucht die Frage auf: Woran liegt es, dass es so ist  – und woran liegt es, dass es meistens nicht so ist?

Seit fast zehn Jahren beschäftigt mich diese Frage intensiver. Und das führt mich dazu, was die Qualität des Dialogs ausmacht:

Natürlich kann man mit der bildlichen Darstellung der Kaugummidose etwas veranschaulichen, was sonst schwer nachvollziehbar ist. Aber doch setzen wir einen Gedanken von uns und ein von uns gewähltes Bild zum Verständnis ein. Und genau hier liegt die Herausforderung: Wenn es uns gelingt, dass unser Besucher sein eigenes Bild aufbaut, eigenständig durchdenkt und selbständig zu Rückschlüssen kommt, dann wird er vor sich selbst verantwortlich für einen andern Umgang mit den Lebensmitteln, für ein anderes Einkaufsverhalten etc.

Die Kunst der Frage

Uns gelingt dies durch Nachfragen, durch Ernst-Nehmen der oft sehr verzerrten Wahrnehmung der Gäste in unseren Führungen. Viele Vorurteile lösen sich durch das Betrachten der Fakten auf. Viele Vorurteile kann man aber auch festigen, wenn man die eigenen Meinungen einstreut und so genau das Gegenteil von dem bewirken, was man erreichen will. Das Nachfragen ist daher eine große Kunst – denn wie leicht streut man gerade in den Fragen die eigene Sichtweise mit ein?

Veränderung fängt im Denken an und braucht Zeit. Zeit für den Dialog. “Dia-Logos” = “Durch das Wort” kann und sollte bedeuten, dass das Individuelle, das Persönliche, das, was die Begegnung ausmacht, auch durch die Worte, Fragen, den Raum für Antworten etc. entstehen kann. Oft entstehen dann sogar auf beiden Seiten neue Erkenntnisse, Wahrheiten, Schätze der Begegnung.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen fruchtbare Dialoge und nachhaltige Erkenntnisse.

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Passend zu unserem Besuch in Raesfeld die Dokumentation im ZDF

Steffens und die Macht der Verbraucher

Liegt es in der Macht der Verbraucher zu beeinflussen, wie Tiere gehalten werden? Sind wir bereit, für artgerecht gemästete Hühner mehr Geld auszugeben? Dirk Steffens möchte das herausfinden.

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2249440/2500-Küken-für-Dirk-Steffens

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2249760/Steffens-und-die-Macht-der-Verbraucher

Mit dem Marketingaufwand und Medienaufwand, den Steffens betreibt, wäre wohl kein Lohn für ihn übriggeblieben. Dennoch: es wird deutlich, dass Landwirte auch gerne umstellen würden, aber der Wille der Verbraucher ist mit anderen Prioritäten beseelt.
Ein interessantes Fazit, dass die Verluste höher sind als in der konventionelen Haltung. Ob ein geschützterer Auslauf das hätte verhindern können?

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Eines der erfolgreichsten Spiele – der Landwirtschafts-Simulator

Die Website Androidmag.de berichtet, dass das meistverkaufte Computerspiel auch auf Android-Plattformen erscheinen soll. Was hat es auf sich mit der Beliebtheit dieses Spiels?

Als wir vor zwei Jahren einen Workshop auf dem Gut Adolphshof durchführten, stellte die Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit fest, dass viele Kinder mit Kenntnissen zur Landwirtschaft auf den Hof kämen, bei denen sich  dann jedoch herausstellte, dass diese Kenntnisse aus dem Computerspiel Farm-Ville stammten. Der Landwirtschafts-Simulator ist hier viel detailgetreuer und macht auch Landwirten Spaß. Während es für die Branchenkenner um die Führung einer virtuellen Farm geht, geht es für Laien um Grundkenntnisse in der Erzeugung der Lebensmittelproduktion. Für die Marketingstrategen der Landmaschinenhersteller hingegen um Product-Placement.

Eröffnungsbildschirm Landwirtschafts-Simulator 2014, (Quelle: androidmag.de)

Auch in dieser Simulation zeigt sich, wie verschiedenste Interessen zusammenfinden. Dennoch bleibt alles eben eine Simulation. Die Berührung mit der Landwirtschaft virtuell, hat sicherlich seine Reize. Und wahrscheinlich lässt sich dieses Spiel auch hervorragend nutzen, um im Unterricht Zusammenhänge erfahrbar zu machen. Der Vorteil gegenüber der “echten” Landwirtschaft, liegt in der Verkürzung der zeitlichen Perioden. Man kann schneller erkennen, was die Erfolge sind und Verhandlungen mit Menschen und Händlern über Maschinen und Landkauf sind wesentlich einfacher als in der Realität.

Das Erinnert an die Verkürzung der Tagesrhytmen in den beleuchteten Ställen der Legebatterien, bei denen die Legeleistung durch Lichtprogramme gesteigert werden konnte.

Virtualität verändert das Zeitempfinden – und obwohl es viel Spaß macht, mit einem solchen Spiel Möglichkeiten zu erkunden – die Begegnung mit der echten Landwirtschaft “erdet” und macht oft deutlich, wie getrieben wir in unserem Alltag sind.

Zum Artikel auf Androidmag geht es HIER

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Politik und Öffentlichkeit sollen Bewusstsein schaffen

Wenn der Acker sich vom Acker macht

… so titelte das Handelsblatt in seinem heutigen Artikel im Zusammenhang mit der Grünen Woche in Berlin.

Herauszulesen aus allen Fakten über die Degradierung des Bodens ist zweifelsohne der Wunsch nach schnellem Handeln und Veränderungen der Ernährungs- und Mobilitätsgewohnheiten. Wenn wir Ackerland opfern zum Bau von Straßen oder Ackerfläche für menschliche Ernährung dem Anbau von Tierfutter widmen, dann werden viele Fragen laut. Erst recht, wenn man bedenkt, dass wir nicht erst seit heute wissen, was mit unseren Böden passiert. Doch was ist zu tun? Politik und Öffentlichkeit sollen Bewusstsein schaffen weiterlesen