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Erfahrungsfeld Blaubeere – zu Gast auf dem Bickbeernhof in Brokeloh

„Wir können nur Blaubeeren“-so lautete der Ausspruch von Herrn Nolden, der uns als Gastgeber des zweiten Zertifizierungstags in Niedersachsen auf den Bickbeernhof begrüßte. 25 Hektar Blaubeeren und eine Gastronomie, die ganz abgestimmt ist auf Gerichte, in denen Blaubeeren eine leckere Komponente sind. Aber es ging nicht nur ums schmecken…

Zusammen mit den Teilnehmern der Zertifizierung im niedersächsischen Raum, durften wir den Hof auf eigene Faust entdecken und erfahren was die Methode Erfahrungsfeld Bauernhof mit uns macht. So begannen wir am Rand des Blaubeerfeldes mit dem Untersuchen der Pflanzen. Als Städter aufs Land gezogen entstand die Frage > Sind dies noch Blaubeeren und können diese noch geerntet werden? <Bei genauerem Betrachten, sahen wir wie die Beeren an den Rispen teils abgeerntet und teils noch wenige vorhanden waren. Wir erlebten ein haptisches, optisches und geschmackliches Ereignis. Zudem erfuhren wir einiges über Alter, Gehölzart und Erträge der Pflanzen.

Die Ertragsfrage beschäftigte uns am meisten. Kein Wunder! Wenn Lebensmittel-Märkte Blaubeeren angeliefert bekommen, dann gibt es einen Preis für den Verbraucher. Die Frage, welche Arbeiten vorher ausgeführt werden und in welcher Zeit diese erledigt werden müssen, damit dieser Preis erzielt werden kann, war so interessant, dass sie uns über die ganze Führung begleitete. So stoppten wir die Zeit wie lange es dauert um fünf Blaubeeren zu ernten. Und versuchten hochzurechnen wieviel Zeit notwendig ist um ein Kilo Beeren zu ernten. Jede Rispe hat jedoch unterschiedlich viele Beeren und jeder Strauch unterschiedlich viele Rispen. Ein schwieriges Unterfangen. Die genauen Kennzahlen konnte uns der Betriebsleiter später nennen.

Wir verdichteten mit der Gesprächslandkarte 8×8 die Fragen, sodass wir die Bedeutung dieser Kennzahlen erfassen konnten. Faszinierend wurde es, als wir über die unterschiedliche Größe der einzelnen Büsche diskutierten. Lag es am Alter der Pflanze? Oder an der Sorte? Der Landwirt erklärte uns später, dass selbst gleiche Sorten unterschiedlich schnell wachsen. Weil sie zweimal im Jahr auf eine gut erntebare Höhe zurückgeschnitten werden. Außerdem ist die Beschaffenheit des Bodens verschieden. Somit wirkten manche Büsche groß und üppig , andere wiederum etwas gedrungener. Der Ertrag sei auch an den kleineren Büschen ähnlich hoch, wie an den großen.

Auf der anderen Seite des Unternehmens fanden wir die Halle mit der Sortier- und Abpackanlage und konnten uns daraus herleiten, wie der Prozess der Blaubeere in die Verkaufsschälchen verläuft. Auch sahen wir dort an den Wänden Regale befüllt mit Blaubeeressig, Blaubeerkompott oder Blaubeermarmeladen. Etiketten zeugten von der Vielfalt der Produkte. Hier konnten wir wieder untersuchen was alles aus den Blaubeeren entstand. Und wenn ich hier sage „alles wurde mit viel Liebe und Sorgfalt hergestellt“, so entnehme ich das der Erfahrung, dass wir überall gut gelaunte und begeisterte Mitarbeiter vorfanden.

Der Gang durch den Hof endete mit einem Feedback und einer Rückbesinnung auf das, was die Hofführung von anderen unterschied. Die Kommentare der Teilnehmenden lassen sich so zusammenfassen: normalerweise wird versucht, in kurzer Zeit möglichst viele Informationen zu vermitteln. Aber genau das reicht dem Gast nicht zur Erkenntnis. Die Erkenntnis, wie selbst der Betriebsleiter der Gastronomie erwähnte, war bei weitem nachhaltiger und tiefer, als das was er bei Führungen auf anderen Höfen erfährt: Das dort Jemand ist, der ihm alles was er über den Betrieb weiß in der zur Verfügung stehenden Zeit erzählt.

Am Nachmittag wendeten wir uns einem besonderen Aspekt zu. Hier ging es um die Auseinandersetzung mit den eigenen Sinnen. Neben den klassischen fünf Sinnen, sammelten wir Assoziationen zur Sinnestätigkeit die nicht nur mit den Sinnesorganen wahrnehmbar sind. Sondern die dahinter liegen und unsere Wahrnehmung schulen und unterstützen. Sodass wir Ideen entwickelten, wie wir mit wenig Material eine tiefgreifende Begegnung mit dem Gast erzeugen.

So kamen wir beispielsweise auf den Gleichgewichtssinn. Ein Stock auf dem alle versuchten zu balancieren. Oder die Aufgabe, diesen Stock dann auf der Hand zu balancieren. Das brachte uns Erfahrungen mit dem Gleichgewicht und der Fähigkeit dieses herzustellen. Wir versuchten auch den Stock waagerecht auf einen Zaunpfahl zu legen. Dies erschien relativ einfach, aber dann die Übung zu steigern und den Stock senkrecht auf den Zaunpfahl zu stellen, entpuppte sich als äußerst schwierig. Daraus folgte, dass die Konzentration zunahm um diese Aufgabe irgendwie auszuführen. Jedoch schafften wir es nicht. Aber der Versuch und die Aufmerksamkeit es auszuprobieren bleibt in großer Erinnerung.

Die Inspiration, solche Übungen direkt auf dem Betrieb zu entwickeln, mit den Materialien die gerade zur Verfügung stehen, stammt aus dem Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne und des Denkens. Dabei wird die Aufmerksamkeit gebündelt und es werden Phänomene kennengelernt.

Die Reise geht weiter, denn im nächsten Jahr werden wir wieder Termine machen. Sowohl in Schleswig Holstein als auch in Niedersachsen und dort weitere Betriebe kennenlernen. Wir werden sie nutzen um unsere eigenen Fähigkeiten weiter zu entwickeln und Führungen die wir selbst anbieten wollen auf dem Hof zu verstärken.

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Ein Sattelschlepper, unzählige Kartoffeln und viele spannende Erfahrungen

Auf dem Hof Burmeister in Wakendorf kann man vieles entdecken. Was uns vor allen Dingen überrascht hat war die Größe des Hofes. Wenn man vor dem Hofladen steht und sich umschaut, dann möchte man gerne durch den Hof zu den Feldern gehen. Auf dem neben uns stehenden Lieferwagen steht „Hof Burmeister- Kartoffeln und Eier“.

Wir gehen entlang des Wirtschaftsgebäudes, das an der rückwärtigen Grundstücksgrenze für Fahrzeuge und/oder Geräte errichtet wurde (Remise) und bleiben kurz bevor der Weg abknickt stehen. Die Gebäude sind etwas verwinkelt, aber der Durchgang nach ‚draußen‘ ist offensichtlich zu sehen. Wir versuchen zu ergründen was uns wohl dahinter erwarten wird.
Einzelne Teilnehmer sagen sehr deutlich: Felder, Wiesen und erhoffen sich den Blick auf die Kartoffelernte.

Nachdem wir noch ein paar Schritte weiter gegangen waren, erkannten wir eine Halle und bergeweise Kartoffelkisten. Kisten über Kisten über Kisten. Sechs Etagen hoch gestapelt. Jede Kiste circa einen Kubikmeter Inhalt. Gabelstaplerverkehr. Wieder fragen wir uns wo die Felder sind. Wo wird geerntet? Wird heute noch geerntet? Immerhin ist Mitte September. Wir hoffen die Aussicht auf die Felder zu bekommen. Unser suchender Blick führt uns jedoch auf die Eiersortieranlage.

Dort steht eine Sortiermaschine, deren Funktion wir ergründen wollen. Mehrere Mitarbeiter des Betriebes sind damit beschäftigt die Eier in die Kartons abzupacken wie wir sie aus den Supermärkten kennen. Auf die Frage wie so etwas funktioniert, halten wir die Bäuerin mit ihrer Erklärung zurück. Sie soll es uns nicht erläutern, sondern wir wollen es entdecken. So begeben sich alle, mehr oder weniger technikerfahren, in die Halle und beschreiben und erklären die verschiedenen Stufen der Sortierung.

Irgendwo aus der Wand kommen Eier an, die irgendwo gestempelt wurden. Und irgendwie landen sie dann in den richtigen Größen und Gewichtsklassen. Tatsächlich bei genauerem Hinschauen erkennen wir, wo was passiert. Wo wird gestempelt, wo wird das Wiegen vorgenommen? Wo passiert das Aussortieren der kaputten oder dreckigen Eier? Es ist erstaunlich wie schnell man sich in solche Gerätschaften hineindenken kann. Wenn man durch die offenen Zwischenräume der Anlage hindurch sieht, erahnt man wo welcher Arbeitsvorgang gemacht wird. Wahrscheinlich ist nicht alles richtig was wir herausfinden. Aber es ist immerhin soweit zutreffend, dass wir das Prinzip der Urgesetzmäßigkeit verstehen. Und wir verstehen sie wirklich so, dass sie uns nachhaltig in Erinnerung bleibt.

Die Bäuerin ist darüber erstaunt, wie viel sich uns vom Zuschauen sich selbst erklärt und wie wenig erörtert werden muss. Das Pfand, welches man dafür zahlt, ist die Zeit. Es braucht länger als in ihren üblichen Führungen. Aber die Konzentration der TeilnehmerInnen ist die ganze Zeit sehr hoch.

Wir gehen 1,5 Stunden über den Betrieb und entdecken auf gleiche Art und Weise die Sortierung der Kartoffeln. Wie funktioniert eine vollautomatische Abpackung? Wie werden die Säcke geschnitten, genäht, geklebt? Die Kartoffeln werden in einer Waschanlage gewaschen und automatisch in Kisten gelegt.

Wir sehen eine große LKW-Waage und stellen fest, dass ein leerer Sattelschlepper zusammen mit den Teilnehmern 18450 kg wiegt. Dies sind alles Fragen die uns scheints nebenbei und doch intensiv genug beschäftigen um damit einen roten Faden durch den Hof zu finden. Der Hof bietet das Entdeckungsfeld.

Außerdem birgt der Hof auch Gefahren. Natürlich, im Verkehr beim Betrieb und den einzelnen Abläufen ist man immer ein bisschen im Weg. Ständig macht man sich Gedanken kein Störfaktor zu sein. Autos müssen mehrmals umgeparkt werden, damit die Sattelschlepper vorbei kommen. Aber das macht nichts, denn wenn man mit wachen Sinnen über den Hof geht, kann man leicht erkennen, wo man im Weg steht und wo Gefahren lauern. Gegebenenfalls weisen wir als Begleiter darauf hin. Letztendlich ist diese Begegnen der Gefahr, oder auch nur der möglichen Gefahr, das, was Erfahrung auslöst.

Auch hier ist der Nachmittag der Zertifizierung ist den Sinnen gewidmet. Etwas anders als am Vortag auf dem Bickbeernhof. Die Teilnehmer werden in zwei Gruppen geteilt und erkunden den Hof erneut. Unter der Fragestellung: Welchen Sinn kann ich mit dem Vorhandenen Material und einer kleinen Aufgabe beim Gast ansprechen? Wir stellen fest, dass wir ganz klar den ‚Gefahr-Sinn‘ oder ‚Ordnungs-Sinn‘ ansprechen wollen. Auch wenn wir durch die Fragestellung dorthin leiten, merken wir, dass derjenige der Antwortet etwas total anderes feststellt als derjenige, der angeleitet hat. Für den Angeleiteten etwas viel Wichtigeres als für den Begleiter. Und wenn wir versuchen das der Angeleitete den gleichen Sinn, wie der Anleitende erkennen soll, dann missglückt die Übung. Das bleibt als eine entscheidende Bedeutung in Erinnerung. Dieses „dem Anderen aufdrängen wollen, du musst lernen was ich weiß, du musst lernen, was ich hier so toll fand“ funktioniert nicht. Wir lernen das, was wir gerne lernen und wir lernen das, was uns selbst interessiert. Denn das was uns interessiert, hängt mit unseren Zielsetzungen und unseren Erfahrungen aus unserer Vergangenheit zusammen. Da diese alle verschieden sind, lernen wir alle unterschiedlich.

Wenn wir als Begleiter unsere Fragen offen genug formulieren, dann ist Raum für das was ich als Gast selbst lernen will. Dann ist Raum für das was mich interessiert und dann freue ich mich auf die Unterstützung, wenn mir jemand hilft, meine Fragen noch präziser zu formulieren. Das ist der eigentliche Reichtum den wir erfahren.

So kam es, dass wir am Nachmittag Bäume ertasteten, Gleichgewicht übten, dass wir rückwärts in eine Halle gingen und Studien zum Wärmeempfinden machten. Wir konnten Ordnung erkennen, weil wir plötzlich entdeckten wie strukturiert jeder Schritt in dem betrieblichen Ablauf ist. Wir bemerkten die Unternehmens- und Forscherfreude des Landwirts selbst, am Beispiel eines Anhängers, der eine hydraulische Kistensicherung hat. Wir nahmen den schönen Dialog mit den Mitarbeitern zu Kenntnis, der mit kurzen prägnanten Fragen uns wesentliche Antworten gab.

Insgesamt möchte ich noch einen großen Dank aussprechen: Einen großen Dank an die Beteiligten diesen Tages. Einen großen Dank an den Hof Burmeister, für seine unter Anderem, großartige Gastfreundschaft und die Einblicke in seinen Betriebsablauf. Einen großen Dank an die TeilnehmerInnen, die mit viel Freude geholfen haben das auch dieser Tag ein gelungenes Event war, voller sinnlicher Erfahrungen sowie einer Entdeckungsreise in einen Bereich der vielen von uns unbekannt war.

Die Reise geht weiter…

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GENAU 2017 – Vom Glück träumen und Gutes ermöglichen…

GENAU 2017 – Lotto spielen und den EFB unterstützen

Der Lotterie verdanken wir diesen Filmbeitrag, der 2016 im Hessenfernsehen ausgestrahlt wurde.

Der EFB ist auch 2017 bei der Umweltlotterie GENAU wieder eingetragen, was uns die Chance auf den wöchentlichen Zusatzgewinn von 5.000 Euro gibt. Unseren Eintrag finden Sie unter dem Landkreis –
www.genau-lotto.de/projekte/landkreis-limburg-weilburg

Die Chancen auf einen Gewinn steigen mit jedem Teilnehmer aus dem Landkreis der einen Online-Spielschein ausfüllt. Das geht hier: www.lotto-hessen.de/genau

Wir finden: eine gelungene Kombination für alle, die vom großen Glück träumen und mit ihrem Lottoeinsatz Gutes tun wollen.

So funktioniert es:

“Für die Teilnahme benötigen Sie nur Ihre hessische Postleitzahl. Der zugehörige Landkreis/die zugehörige kreisfreie Stadt wird automatisch für Sie ermittelt. Schon mit 5 Euro sind Sie dabei und haben die Chance auf den Hauptgewinn von mindestens 10.000 Euro! Und je mehr Teilnehmer mitspielen, desto höher ist der Hauptgewinn. Spielscheine für die Umweltlotterie GENAU erhalten Sie in jeder hessischen LOTTO-Verkaufsstelle oder ganz einfach online.”

https://www.genau-lotto.de/#was

Da es sich um Glücksspiel handelt, folgender Hinweis:

Spielteilnahme ab 18 Jahren. Glücksspiel kann süchtig machen. Mehr Infos unter:
www.spielen-mit-verantwortung.de oder unter der kostenlosen Hotline 0800 137 27 00.

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Vom Glück träumen und Gutes ermöglichen…

GENAU – Lotto spielen und den EFB unterstützen

Dieser Lotterie verdanken wir den folgenden Filmbeitrag, der im Hessenfernsehen ausgestrahlt wurde.

Der EFB ist bei der Umweltlotterie GENAU eingetragen, was uns die Chance auf den wöchentlichen Zusatzgewinn von 5.000 Euro gibt. Unseren Eintrag finden Sie unter dem Landkreis –
www.genau-lotto.de/projekte/landkreis-limburg-weilburg

Unsere Chancen auf einen Gewinn sind größer, je mehr Teilnehmer aus diesem Landkreis einen Online-Spielschein ausfüllen. Das geht hier: www.lotto-hessen.de/genau

So funktioniert es:

“Für die Teilnahme benötigen Sie nur Ihre hessische Postleitzahl. Der zugehörige Landkreis/die zugehörige kreisfreie Stadt wird automatisch für Sie ermittelt. Schon mit 5 Euro sind Sie dabei und haben die Chance auf den Hauptgewinn von mindestens 10.000 Euro! Und je mehr Teilnehmer mitspielen, desto höher ist der Hauptgewinn. Spielscheine für die Umweltlotterie GENAU erhalten Sie in jeder hessischen LOTTO-Verkaufsstelle oder ganz einfach online.”

https://www.genau-lotto.de/#was

Da es sich um Glücksspiel handelt der folgende Hinweis:

Spielteilnahme ab 18 Jahren. Glücksspiel kann süchtig machen. Mehr Infos unter:
www.spielen-mit-verantwortung.de oder unter kostenloser
Hotline 0800 137 27 00.

Wir finden: eine gelungene Kombination für alle, die vom großen Glück träumen und ihren Lottoeinsatz nicht nur an irgend einen anderen verschenken wollen.

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Hessischer Rundfunk zu Gast auf dem Bornhof – so geht Netzwerken!

Montag, 27.6.2015 klingelt das Telefon. Der Hessiche Rundfunk hat angerufen und gefragt, ob er am Mittwoch einen Bericht für den Freitag, 1.7.2016 über das EFB machen kann. Das ist kurzfristig, knapp und ich weiß, dass Claudia alle Hände voll zu tun hat. Dennoch rufe ich sie an. Ich habe mir überlegt: Ich kann hochfahren aus München und bei Holger Fürnstall, auf dem Elkenhof oder auch auf dem Bornhof für ein Interview zur Verfügung stehen. Claudia weiß noch nicht, ob sie kann. Der Tierarzt hat sich angemeldet und die Chance scheint uns aber gut zu sein. Also schauen, welcher Hof sich meldet. Nachricht hinterlassen bei Holger, angerufen bei Daniela, die aber erst abends um 21:00 Uhr zurück sein wird.

Im Veranstaltungskalender sehe ich den Führungstermin bei Renate auf dem Bornhof. Ich erreiche Sie und sage, was wir vorhaben – vielleicht hat Sie auch Lust, mitzumachen. Und sie meldet mir zurück, dass Sabine morgens eine Führung bei ihr gemacht hat – vielleicht ist sie auch noch am Nachmittag da.

Also Mail an Sabine und am Abend die Antwort, dass sie auch kommt. Am Dienstag dann die Mail von ihr, sie könne auch eine Familie mitbringen mit drei Kindern.

Ich kaufe mein Bahnticket für Mittwoch früh und verabrede mich mit Mareike, der Redakteurin, vor dem hr in Frankfurt. Gemeinsam mit Jonas dem Kameramann fahren wir zum Bornhof und treffen dort neben Renate eine weitere Gastfamilie an, die Urlaub auf dem Bauernhof macht. Auch ihre Kinder wollen gerne mit vor die Kamera. Und nach Zustimmung der Eltern kann es losgehen.

Hans im Gras und Fredy an der Kamera
Hans im Gras und Fredy an der Kamera

Auf der Fahrt zum Hof haben wir bereits einiges ausgetauscht an Informationen, was das EFB macht und will, was die Besonderheiten sind, auf die man achten kann während einer Führung, wie schwer es für den Verbraucher ist, sich für oder gegen etwas zu entscheiden, wenn man doch keinen Einblick mehr hat und die Lage äußerst kompliziert ist. Ich bin überzeugt, dieses Briefing hilft uns gemeinsam die Kamera auch auf das zu Richten, was den Unterschied ausmacht.

Als auch noch Claudia rechtzeitig auf den Hof kommt steht so langsam die Idee, wie der Beitrag aussehen könnte. Nach etwa zwei Stunden sind die wesentlichen Bilder im Kasten und alle brechen wieder auf.

Ich steige am Flughafen wieder in den Zug nach München und bin um 21:00 Uhr zurück. Inzwischen wird Maren den Bericht geschnitten haben und bereits mit anderen Themen beschäftigt sein. Alles hat prima geklappt. So geht Netzwerken! Danke an alle Beteiligten.

Hinter den Kulissen

Während Claudia die Kinder über den Hof begleitete und in bewährter Art aus ihnen ihre Fähigkeiten hervorlockte, zeigte sich manches Detail der besonderen Methodik. So tauchen immer wieder Fachbegriffe auf, die die Kinder zwar wissen, aber die sie noch nicht mit einer Realität verbunden haben. Außerdem wird für uns als Beobachter der Szene deutlich, wie intensiv die Konzentration ist und wie selbst bei verschiedenstem Alter (3-12 Jahren) dennoch alle auf ihre eigenen Erfahrungen kommen. Wie sich die Gruppe gegenseitig stärkt und stützt, hilft zu entdecken, die Zusammenhänge zu finden.

Kann man eigentlich hören, ob in dem Ei ein Küken ist? Wie schmeckt das Futter? Und wie lässt sich der Stalldurft beschreiben? Die Besonderheit der Sinneswahrnehmungen wird deutlich auch als Hans vom Salzleckstein eine Ecke abbricht und probiert. Die Kinder überwinden immer wieder Vorstellungsängste und erfahren sich als mutig und fähig. Sie machen ihre Erfahrungen in ihrem eigenen Tempo und bekommen dafür solane Zeit, wie die Aufmerksamkeit reicht. Das ist lange – und manch einen Lehrer höre ich in den Führungen sagen: Aber wir haben ja noch nicht alles gesehen! Doch genau darauf kommt es an: Die Zeit zu geben, die Erfahrung zu machen. Nicht einfach nur abzurufen, wie etwas riecht oder schmeckt, um zu prüfen, ob die verschiedenen Geschmacksrichtungen oder Geruchsnoten den Kindern bekannt sind. Nein, es geht um das Riechen an sich und das Helfen, zu artikulieren, was so besonders an diesem Geruch ist.

Als Mareike am Ende die Kinder fragen will, was sie besonderes mitnehmen aus der Führung, erlebt sie, dass die Kinder in dem Glauben sind, sie müssten jetzt etwas gelernt haben und richtig wiedergeben. Das hat sie auch nachdenklich gemacht: Wie kommt es, dass unsere Kinder das Gefühl haben, sie müssen bestehen vor den Augen der Erwachsenen?

Ich erzähle ihr von einer Führung, die Kinder auf dem Gut Hohenberg gemacht haben, nachdem sie drei Tage dort im Schulpraktikum waren. Die erwachsenen Teilnehmer waren überrascht, wie professionell erwachsen die Führung war. Sie waren auch erschrokken über so viel Faktenwissen, ohne eigene Erfahrung und Begeisterung. Und sie waren überfordert, all das Wissen zu behalten, was die Kinder ihnen präsentiert haben. Gerne könnt ihr Ulli nach dieser Führung fragen.

Wir sind es gewohnt, dass wir von älteren vor Prüfungsfragen gestellt werden. Prüfungsfragen haben jedoch eine Besonderheit: Sie haben eine richtige Antwort. Jede Antwort, die nicht richtig ist, macht den Befragten zum Verlierer. Der Prüfer selbst jedoch bleibt immer der Gewinner.

Was ist anders im Erfahrungsfeld-Bauernhof?

Diese Frage taucht immer wieder auf und verfeinert sich unter den verschiedenen Aspekten. Einige will ich hier aufzählen:

  • Wir wissen nicht mehr als die Gäste – wir wissen nur anderes.
  • Was die Gäste wissen ist für die Gäste auch richtig – ob es mit ihrer Wahrnehmung zusammenpasst, das können wir gemeinsam erfahen.
  • Wir wollen die persönliche Entwicklung, die bei der Begegnung mit dem Hof entsteht – dass dabei tiefgreifende Erfahrungen mit der Landwirtschaft entstehen ist ein zusätzliches Plus
  • Jeder kann lernen und Begleiter eines Lernprozesses sein. Das eigene Wissen macht uns Wach für mögliche Fragen – aber es ist nicht das Ziel, dieses Wissen kundzutun, wenn der Andere nicht explizit danach gefragt hat.
  • Augenhöhe in der Begegnung kann nur dann entstehen, wenn wir bereit sind gemeinsam voneinander zu lernen. Das nennen wir Dialog!

Der Filmbeitrag wird am Freitag, 1.7.2016 um 19:15 im Hessenfernsehen ausgestrahlt während der Sendung ALLE WETTER. Wer die Sendung verpasst, kann in der hr-Mediathek nachschauen: MEDIATHEK

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Ilonas Bericht

Auch  Ilona von NoFastfoodToday war dabei und hat einen schönen Bericht über ihre Erfahrungen und Entdeckungen verfasst. Was mir besonders gut gefällt, sind die Vorurteile, die sie offen äußert, und die sich dann eben nicht bestätigt finden.

Wir arbeitet gezielt mit den eigenen Vorstellungen, um genau diese Schwelle der Erfahrung zu überwinden. So fragten wir vor dem Stall, wie viele Hühner schätzungsweise denn in diesem Gebäude seien. Erst die Vorstellung und die Erkenntnis, dass wir keinen oder nur einen begrenzten Plan von der Situation haben, führt dazu, dass wir dann genau hinsehen.

Eine Frage bleibt mir noch offen: Hat die Begegnung mit den Tieren die Angst vor den Hühnern gelöst?