Zertifizierung zum Erfahrungsfeld-Bauernhof Begleiter

Ziele der Ausbildung

Die Gesellschaft hat sich von der Urproduktion (Landwirtschaft, Fischerei, Forstwirtschaft) immer weiter entfernt. Skandalmeldungen aus den Medien oder idyllische Bilder von Bauernhöfen sind die Regel. Verallgemeinertes Wissen, große Vorurteile auf beiden Seiten und der Wunsch einer Richtigstellung sind die Konsequenz. Der 2009 gegründete Verein „Erfahrungsfeld-Bauernhof e.V.“ (EFB) hat sich zum Ziel gesetzt, dies über eine besondere Qualität in den Führungen und Veranstaltungen zu ermöglichen.

Unsere langjährige Erfahrung zeigt, dass nicht das Austauschen verschiedener Argumente, sondern der gemeinsame Prozess des Entdeckens, Erforschens und Anbindens an die eigene Persönlichkeit notwendig sind um eine Begegnung zu gestalten, die von Vertrauen geprägt wird und nachhaltiges Verständnis für die Urproduktion erzeugt.

Fokus in jeder Führung wird daher immer die Frage des Gastes und der dynamische Weg sein, dieser Frage nachzuspüren, ohne sie zu reglementieren oder gänzlich beantworten zu müssen. Unser Motto lautet hier: „Wenn Du mit einer Frage kommst und mit 10 Fragen gehst, dann waren wir erfolgreich. Dann hast Du Interesse an dem, was Du gesehen hast und bist bereit selbst etwas dafür zu tun“.

Es hört sich vielleicht einfacher an, als es in der Praxis erscheint. Unsererseits „einfach nur auf gestellte Fragen zurück zu fragen“, reicht nicht aus, um wirkliches Interesse an der Thematik zu entwickeln. Vielmehr nutzen wir in unseren Aktionen verschiedenste Übungen, die unsere Sinne reaktivieren und uns in unserem Denken anspornen die Hintergründe zu begreifen.

Die Gründer des EFB haben jahrzehntelange Erfahrung in der Erwachsenenbildung und der Naturpädagogik. Impulse aus dem „Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne“ von Schloss Freudenberg, Methoden von Claus Otto Scharmer „Theory U“ und Lex Bos „Dynamischer Urteils-bildung“, Kenntnisse aus der Neurobiologie über ganzheitliches Lernen und Austausch mit anderen Netzwerken sowohl zur Bauernhofpädagogik als auch zu Bildungsfragestellungen, garantieren eine gute Mischung an Werkzeugen und Wissen, um den eigenen Weg zum Erfahrungsfeld-Bauernhof Begleiter zu beschreiten.

Warum eine Zertifizierung?

Es gibt viele Begriffe in der Umweltpädagogik: „Bauernhofpädagogik mit allen Sinnen“, „Erlebnispädagogik“, „Lernort Bauernhof“ und andere sind vielen Menschen bekannt. Vieles was unter diesem Begriff passiert, ermöglicht auch Erfahrungen und Erlebnisse. Während jedoch bei den meisten Angeboten die Wissensvermittlung im Vordergrund steht, geht es beim EFB um die persönliche Begegnung mit der Urproduktion. Um sicher zu stellen, dass diese persönliche Begegnung gelingt, entwickeln wir mit Dir schrittweise spezielle Kompetenzen, welche Dich nach Abschluss der Zertifizierung dazu befähigen  Führungen zu geben, welche der Qualität des Erfahrungsfeld-Bauernhof e.V. entspricht.

Wofür brauche ich das Zertifikat?

Das Zertifikat zeigt, dass Du die verschiedenen Aspekte bei einer Begegnung erkennen und verwandeln kannst. Außerdem kannst Du damit auf unserer Homepage eigene Angebote, z.B. Führungen, einstellen und auf Deiner Unterseite Berichte von spannenden Erlebnissen aus Deiner EFB-Praxis präsentieren.

Mit dem Zertifikat wissen auch neu hinzukommende Betriebe, dass die Qualität des Angebots gesichert ist, wenn Du sie auf ihrem Betrieb führst.

Wie sieht die Zertifizierung aus?

Wir möchten Dich ermutigen, Führungen und Veranstaltungen auf Bauernhöfen, in der Urproduktion oder auch der ersten Verarbeitungsstufe „durchzuführen“. Dazu bekommst Du von uns Handwerkszeug, mit dem Du eigene Führungen entwickeln kannst. Übungen, Kenntnisse zu den Methoden des Fragens und Deine wachsende Erfahrung ergänzen die Zertifizierung.

Der zeitliche Ablauf ist sehr flexibel und modular aufgebaut. Einige Module sind Pflicht, hier genannt „Pflicht-Module“, andere kannst Du machen, wenn Du noch mehr wissen willst, hier genannt „Wahl-Modul“. Einzelne Module sind als Webinar abends vom Schreibtisch aus zu erarbeiten. Die genaue Übersicht über die Module und aktuelle Termine der nächsten Module findest Du auf der Homepage unter
www.efb-ev.org/veranstaltungen

Solltest Du schneller Dein Zertifikat machen wollen, als wir Termine auf der Homepage anbieten, dann frage doch einfach nach, ob Du einen eigenen Termin organisieren kannst. Wenn wir mindestens 8 TeilnehmerInnen haben, können wir auch hier sehr flexibel reagieren.

Deine zeitliche Investition:

Insgesamt benötigst Du mindestens die 7 Pflicht-Module. Mindestens ein Modul wird mit uns zusammen online erfüllt. Die anderen sechs werden in der Regel als jeweils zwei Halbtages-Module an einem Tag von 9:30 – 12:30 Uhr und von 13:30 – 16:30 Uhr auf landwirtschaftlichen Betrieben deutschlandweit angeboten.

In der Mittagspause gibt es in der Regel eine kleine Verpflegung, die vom gastgebenden Betrieb zur Verfügung und in Rechnung gestellt wird.

Das Modul am Vormittag enthält immer eine Führung, wobei hier auch Neueinsteiger mit bereits sich in der Zertifizierung befindenden Teilnehmenden zusammen kommen können. Während die Neueinsteiger die Grundidee innerhalb der Führungen selbst erfahren, üben sich die Fortgeschrittenen in der vertieften Beobachtung oder selbst im Führen – je nachdem, wie weit sie sich dieser Aufgabenstellung gewachsen sehen. Denn: Wer bereits Erfahrungen in Hofführungen hat, traut sich oft schneller eine Führung zu machen, als Neueinsteiger, die sich mit der Methodik noch unsicher fühlen.

Wir möchten Dir hier die einzelnen Module beschreiben. Du entscheidest selbst, wann Du welche Pflicht-Module durchführen möchtest und ob Du angebotene Wahlmodule zur Festigung Deines Wissens hinzunehmen möchtest.

Mit der Zertifizierung kannst Du nachweisen, dass Du:

  • die Haltung und Methoden des Erfahrungsfeld-Bauernhof beherrscht.
  • Veranstaltungen und Führungen im Sinne des EFB eigenständig durchführen kannst.
  • Geschichten vom Gelingen erzählen und die Vernetzung und Weiterverbreitung der Idee unterstützen kannst.

Die Teilnahme an den Modulen wird mit Unterschrift der Ausbilder in einem Dokumentationsheft.

Übersicht der Module

Nr. Titel Schwerpunkte  
1 Mit Fragen führen – vom Erlebnis zur Erfahrung, Einsteigerstatus EFB kennenlernen im Rahmen einer Führung. Reflektion über die Grundlagen von Führungen. Pflicht
2 Öffentlichkeitsarbeit in der Landwirtschaft – vom Umgang mit kritischen Fragen Gesprächslandkarte 8×8 als grundlegende Fragehaltung kennenlernen. Fragen üben. Pflicht
3 Mit Fragen führen – vom Erlebnis zur Erfahrung, Methoden-Beobachter EFB-Führung mit Methodenkenntnissen beobachten und Reflektion über die Wirkweise der Methodik. Wahl
4 Vom Gleichgewicht und dem Gemeinschaftssinn Die Sinne als Grundlage zur Entwicklung von Übungen. Sinnesentfaltung als Grundlage von Begegnung. Pflicht
5 Mit Fragen führen – vom Erlebnis zur Erfahrung, Nachweis der Durchführung Eigenständig eine Führung planen und durchführen. Pflicht
6 Wert-Bildung in der Natur- und Umweltpädagogik Preise für Veranstaltungen kalkulieren  und Preisverhandlungen führen. Psychologische Grundlagen der Preisbildung. Pflicht
7 Netzwerk sichtbar machen – Homepage, Facebook und Co. Online-Modul zur Einführung in die Website, Kalender, SocialMedia und das interne Portal. Pflicht
8 Gruppendynamik und Werkzeugkasten Übungsanregungen zu unterschiedlichen Altersstufen – Was hat meine Lieblingsübung mit dem EFB zu tun? Wahl
9 Geschichten vom Gelingen – Texten für Website und Zeitung Online-Modul – Einen Text erstellen, den Leser erreichen. Wir schreiben unseren Pressetext und Blogbeitrag. Wahl

In der Regel sind zwei Module an jeweils einem Tag angeboten:

Vormittags 9:30 – 12:30 Uhr: Module 1, 3, 5, nachmittags die anderen Module im Wechsel und nach Bedarf der Zertifizierungssituation.

Wer seine Abschluss-Führung nicht in einem der Module 1, 3, 5 absolvieren kann, kann mit einem zertifizierten EFB-Begleiter eine eigene Führung organisieren und die Durchführung schriftlich dokumentieren, sodass erkennbar ist, wie die Methodik konkret angewandt wurde. Hierzu ist eine Absprache mit dem Ausbildungsteam notwendig.

Modul 1:
Mit Fragen führen – vom Erlebnis zur Erfahrung

Du willst das Erfahrungsfeld-Bauernhof (EFB) kennenlernen? Mal am eigenen Körper erfahren, was es bedeutet mit allen Sinnen den eigenen Fragen zu folgen?

Du willst vielleicht auf dem eigenen Betrieb oder einem Dir bekannten Hof selbst in Zukunft Führungen anbieten und weißt noch nicht, wie anfangen?

Dieser Workshop beinhaltet eine Führung über einen ausgesuchten Betrieb der Urproduktion. Dabei steht nicht die Wissensvermittlung, sondern das Interesse des Gastes im Mittelpunkt. Die kindliche und damit auch sinnliche Freude an der Entdeckung des Besonderen und was es mit uns selbst zu tun hat, begleitet uns. Erlebe die Methodik des EFB und entwickle erste Ideen, wie Du in Zukunft mit dem Interesse Deiner Gäste umgehst.

Ziele:

  • Erfahrungsfeld Bauernhof in seiner Wirkung zu erleben
  • Austausch über die selbst gemachten Erfahrungen
  • Hintergründe zur Entstehung und der Idee des Erfahrungsfeld-Bauernhof e.V.

Nach der Führung sammeln wir alle Eindrücke der Beteiligten und entdecken so die Grundzüge der Führungen: Wie sind Führungen aufgebaut? Wie entsteht der rote Faden? Welche Wirkungen hat das EFB im Gegensatz zu Dir bekannten Führungen? Was lässt sich über die Haltung in der Führung sagen? Welche Fragestellungen treten auf im Fokus der verschiedenen Wissensstände und welche Zielsetzungen haben die Begleiter und die Geführten verfolgt?

Materialien:

Du bekommst von uns Arbeitsblätter zur Vorbereitung auf eine Gruppenführung. Darüber hinaus Informationen zu den Hintergründen des EFB.

Organisatorisches:

Es sind keine vorbereitenden Module notwendig. Die Teilnahme an diesem Modul wird Dir mit Unterschrift und Stempel in der Tabelle am Ende des Heftes bestätigt.

Didaktisches:

Wir erleben zuerst eine Führung über den Betrieb.
Anschließend sammeln und reflektieren wir den Ablauf der Führung. Wir arbeiten mit dem Arbeitsblatt: Vorbereitung auf eine Führung: Wie entsteht der rote Faden? Am Beginn und dem Ende des Workshops gibt es Zeit für Deine Fragen.

Die letzten 20-30 Minuten sprechen wir über die Ziele des EFB, die Idee der Zertifizierung, den Aufbau der Zertifizierung.

Leistungsnachweis für die Zertifizierung: Anwesenheit und Beteiligung an den Reflektionen.

Modul 2:
Öffentlichkeitsarbeit in der Landwirtschaft –
vom Umgang mit kritischen Fragen

Wer seinen Betrieb für die Öffentlichkeit öffnet begegnet oft kritischen Blicken und Zweifeln an dessen Richtigkeit. Als Betriebsleiter kommt man dann schnell in Rechtfertigungsdruck oder hat sogar Angst, dass die Besucher Schlechtes über den eigenen Betrieb erzählen.

Das EFB geht hier neue Wege. Mit Hilfe der „Gesprächslandkarte 8×8®“ gehen wir möglichen kritischen Fragen auf den Grund und lernen zu erforschen, wie sich diese bearbeiten und verwandeln lassen, ohne dass man selbst Gefahr läuft, ein negatives Image vom Betrieb zu erzeugen. Über zehn Jahre Erfahrung im Umgang mit dieser Methode zeigen, dass mit ihr das Mitdenken des Gastes, die Interaktivität und auch das Verantwortungsgefühl des Besuchers deutlich gesteigert wird.

Ziele:

  • Die Gesprächslandkarte 8×8 kennenlernen und mit ihr zu üben, neue Fragen zu entwickeln und kritischen Fragen zu begegnen.
  • Die eigene Haltung zu überprüfen – was bringt mich in die Rechtfertigung, was verletzt mich durch die Äußerungen des Gastes?
  • Ausblick auf andere Einsatzmöglichkeiten.

Materialien:

Du erhältst von uns die Übungsblätter zur Gesprächslandkarte 8×8®

Organisatorisches:

Du benötigst kein vorheriges Modul für den Einstieg. Ratsam ist jedoch Modul 1 vorher besucht zu haben. Dieses Modul oder das Modul 4 sind Voraussetzung um Modul 3 bzw. 5 zu besuchen.

(Für die Zertifizierung ist es notwendig innerhalb von zwei Wochen nach diesem Modul mit Hilfe der fünf Kernfelder: „Fakten, Meinung, Frage, Vision und Weg“, eine Dir passende Situation zu beschreiben.)

Didaktisches:

Wir entwickeln das Modell des 8×8 und erkennen die Kräfte, die hinter den Fragen wirken. Anschließend üben wir mit eigenen Fragestellungen über den Weg  der Gesprächslandkarte 8×8 und erfahren so wie sich unsere „Vor-Urteile“ zu gemeinsamen Urteilen entwickeln.

Leistungsnachweis für die Zertifizierung: Fragen üben in Gesprächen mit Freunden, Kunden, Mitarbeitern, Kollegen, Familienmitgliedern. Ein kurzer Erfahrungsbericht darüber erfolgt schriftlich.

Modul 3:

Mit Fragen führen – vom Erlebnis zur Erfahrung

Du kennst nun schon die Situationen einer Führung durch eigene Teilnahme. Dennoch wiederholen wir Modul 1 und bieten Dir in diesem Wahlmodul die Möglichkeit nochmals ausführlicher zu beobachten, wie wir in der Führung inter-agieren.

Je nachdem, welche methodischen Module Du bereits hinter Dir hast, legst Du den Fokus auf das Beobachten der Fragestellungen oder das Beobachten der Übungsentwicklungen. Du lieferst mit Deiner Reflektion den neu hinzugekommenen Gästen Einblicke in die Methodik und festigst Dein Verständnis.

Ziele:

  • Erfahrungsfeld Bauernhof in seiner Wirkung zu beobachten
  • Austausch über die Anwendung der Methodik
  • Hintergründe zur Entstehung und Idee des Erfahrungsfeld-Bauernhof.

Materialien:

Wiederverwendung des Arbeitsblattes aus Modul 1 „Vorbereitung auf die Gruppenführung“.

Organisatorisches:

Es sind als vorbereitende Module das Modul 2 und auch das Modul 4 gut möglich. Die Teilnahme an diesem Modul wird Dir mit Unterschrift und Stempel in der Tabelle am Ende des Heftes bestätigt.

Didaktisches:

1,25 Stunden Führung über den Betrieb. Anschließend: Sammlung und Reflektion des Ablaufes der Führung.

Arbeitsblatt: Vorbereitung auf eine Führung: Wie entsteht der rote Faden? Beginn und Ende, ggf. Fragen zum Umgang mit verschiedenen Altersstufen.

Letzte 20-30 Minuten: Ziele des EFB, Idee der Zertifizierung, Aufbau der Zertifizierung. Informationsblatt „Was will das EFB“.

Leistungsnachweis für die Zertifizierung: schriftliche Beschreibung der gemachten Beobachtungen – mit dem Schwerpunkt auf der Beschreibung der angewandten  und entdeckten Methodik.

Modul 4:
Vom Gleichgewicht und dem Gemeinschaftssinn

Unsere Sinne sind das Tor zur Welt. Selbst unbemerkt eröffnen Sie uns die Geheimnisse des Hofes, bilden die Grundlage unserer Beziehung zu Boden, Pflanze, Tier und Mensch.

Ziele:

Welche Sinne kennen wir? Wie nutzen wir die Sinne, um eine echte Begegnung zwischen Menschen und Bauernhöfen oder der Kulturlandschaft zu bewirken? Wie lassen sich Übungen entwickeln, die nachhaltig im Bewusstsein des Teilnehmers bleiben?

In diesem Workshop widmen wir uns den Sinnen. Wir probieren aus, leiten uns gegenseitig an und entdecken im Umfeld des Hofes viele unserer Sinne. Dabei geht es über das Schmecken, Riechen, Tasten, Sehen und Hören hinaus.

Themen:

  • Welche Sinne kenne ich?
  • Was macht der Gegensinn mit mir – und ich mit ihm?
  • Von der Kunst des Begreifens
  • … und der Kunst des Übens

Materialien:

Du erhältst von uns Arbeitsblätter zur Erforschung der eigenen Sinne und zu den 12 Sinnen aus der Waldorfpädagogik und zur Entwicklung von Übungen.

Organisatorisches:

Dieses Modul ist ein Pflichtmodul im Rahmen der Zertifizierung. Als Leistungsnachweis zählt ein Kurzbericht zu folgenden Fragen:

Welchen Sinn habe ich heute für mich neu entdeckt? Wie wurde ich an ihn herangeführt? Wie würde ich jemand anderen an diesen Sinn heranführen?

Didaktisches:

Wir entwickeln unsere Kenntnis der Sinne und ihrer Wirkungen auf uns. Wir entdecken die Hilfe der Polarität als Möglichkeit für die Gestaltung von Übungen und zur Sinnesanregung. Wir erleben im gegenseitigen Austausch, wie die eigene Vorstellung, was der Andere jetzt empfinden sollte uns immer wieder überrascht und auch uns auf neue Sinneswahrnehmungen bringt. Vor allem aber geht es auch darum, den Anderen zu ermutigen, seine Sinne zu nutzen.

Leistungsnachweis für die Zertifizierung: Anwesenheit und Beteiligung

Modul 5:

Mit Fragen führen – vom Erlebnis zur Erfahrung

Du willst es wagen, selbst zu führen? In diesem Modul führst Du Menschen über einen Betrieb und zeigst, was Du von der Methodik des Erfahrungs-feld-Bauernhof gelernt hast. Du stellst die Fragen, weckst die Sinne der Teilnehmer und unterstützt diese, ganz ihren eigenen Fragen zu folgen. Dabei hast Du die Gruppe im Blick und gibst ihr das Gefühl geführt zu sein.

Ziele:

  • Erfahrungsfeld Bauernhof in seiner Wirkung selbst gestalten.
  • Austausch über die selbst gemachten Erfahrungen
  • Hintergründe zur Entstehung und Idee des Erfahrungsfeld-Bauernhof präsentieren können.

Materialien:

Keine besonderen Materialien notwendig.

Oganisatorisches:

Es sind die Module 1, 2, 4, notwendig. Wünschenswert sind auch die Module 6 und 8.  Die Teilnahme an diesem Modul wird Dir mit Unterschrift und Stempel in der Tabelle am Ende des Heftes bestätigt. Gerne kannst Du auch selbst dieses Modul organisieren, um Praxiserfahrung in der gesamten Abwicklung zu sammeln. Wir unterstützen Dich darin mit der Erstellung von Plakaten und Ausschreibungstexten, sowie online auf unserer Homepage.

Didaktisches:

1,25 Stunden Führung über den Betrieb. Anschließend: Sammlung und Reflektion des Ablaufes der Führung.

Arbeitsblatt: Vorbereitung auf eine Führung: Wie entsteht der rote Faden? Beginn und Ende, ggf. Fragen zum Umgang mit verschiedenen Altersstufen.

Letzte 20-30 Minuten: Ziele des EFB, Idee der Zertifizierung, Aufbau der Zertifizierung. Informationsblatt „Was will das EFB“.

Leistungsnachweis für die Zertifizierung: Eigenständige Durchführung von Teilen oder einer ganzen Führung unter den Augen eines EFB-Trainers oder eines erfahrenen EFB-Begleiters.

Modul 6:
Wert-Bildung in der Natur und Umweltpädagogik

Wald–, Umwelt– und Bauernhofpädagogen liefern hervorragende Arbeit für Schulen, Kindergärten aber auch Erwachsenenbildung. Manch ein Betrieb hat sich damit ein zweites Standbein aufgebaut, andere leisten ehrenamtlich oder durch hohe Subventionen ihren Beitrag zur Entwicklung ganzheitlicher Bildungskonzepte. Eltern jammern über zu teure Ausflüge — erst recht, wenn die Natur doch sowieso vorhanden ist. Und manch einer leistet sich zwar kein  gesundes Frühstück, aber für 10 € eine Kinokarte. …

Ziele:

Bei diesem Seminar werden wir uns dem Thema Preis-Bildung und Wert-Bildung widmen. gemeinsam mit Olaf Keser-Wagner, Vorstand Erfahrungsfeld-Bauernhof e.V. widmen. Wir gehen den verschiedenen Preisbildungswegen nach:

Themen:

  • Was ist ein Preis und was ein Einkommen?
  • Strategien zur Preisbildung
  • Wie wird Wertschätzung vermittelt?
  • Womit vergleiche ich mich?
  • Wie hebe ich mich ab?
  • Die Preisverhandlung als Gespräch

Materialien:

Du bekommst von uns Arbeitsblätter zur Preisbildung und zum „Magischen Dreieck“, sowie die im Kurs entstehende Kalkulationstabelle in Excel. Darüber hinaus erhältst Du Zugang zur MotivationsPotenzialAnalyse MPA4 (Auszug aus der Vollanalyse) und Zugang zu einer Präsentation über „Intrinsische Motivation“.

Organisatorisches:

Dieses Modul ist ein Pflichtmodul. Ein gesonderter Leistungsnachweis ist nicht zu erbringen.

Didaktisches:

Wir kalkulieren eine Führung mit den von den Teilnehmern diskutierten Annahmen. Dazu stellen wir Dir im Anschluss auch eine Excel-Tabelle zur Verfügung, mit der Du dann weiterarbeiten kannst.

Wir schauen auf die psychologischen Hintergründe mit Hilfe der „MotivationsPotenzialAnalyse MPA®“ und reflektieren die Entstehung von Werten.

Wir lernen das Magische Dreieck im Kontext von Preisgestaltung kennen und entwickeln Strategien, wie wir proaktiv in Preisverhandlungen auftreten können.

Leistungsnachweis für die Zertifizierung: Anwesenheit und Beteiligung.

Modul 7:
Netzwerk sichtbar machen – Homepage, Facebook und Co.

Nur durch intensive Vernetzung wird sich Wissen verbreitern und Begegnungen werden fruchtbarer. Welche Möglichkeiten bietet das EFB, um über das WorldWideWeb vernetzt zu sein? Wie baue ich mein eigenes Netzwerk auf?

Ziele:

Wir lernen die Struktur der Homepage und die eigenen Möglichkeiten zur Darstellung und Einbindung kennen. Wir stellen gemeinsam Artikel online und sehen, wie diese sich über die Sozialen Medien weiterverbreiten lassen.

Außerdem schauen wir in das interne Vernetzungs-Tool „OnlyOffice“, welches überregionale Projektabwicklungen möglich macht. Der nur für Mitglieder geschützte Bereich wird dargestellt und es wird ermutigt, sich darüber mit anderen zusammen zu tun, um eigene neue Projekte real werden zu lassen.

Materialien:

Das Webinar wird aufgezeichnet und als Videomitschnitt per weiterem Link den angemeldeten TeilnehmerInnen zur Verfügung gestellt. So ist sichergestellt, dass Du die Schritt-für-Schritt-Anleitungen auch später noch mal nachsehen kannst.

Organisatorisches:

Du bekommst von uns spätestens am Tag vor dem Modul die Zugangsdaten zum Modul zugesendet. Diese bestehen in der Regel aus einem Link und einem Code. Wenn Du den Link anklickst, wird ein kleines Programm installiert, welches Dir ermöglicht auf den Bildschirm der Referenten zu sehen. So zeigen wir Dir an Deinem PC, wie die einzelnen Schritte vorgenommen werden

Ergänzend zu diesem Workshop wir das Modul 8 angeboten, bei dem wir uns intensiver mit Texten und Textgestaltung für das Internet auseinandersetzen.

Didaktisches:

Webinare benötigen ein hohes Maß an Konzentration und auch an Disziplin. Hintergrundgeräusche stören die TeilnehmerInnen und daher können wir teilweise die Mikrofone stumm schalten. Um sich dann zu Wort zu melden reicht ein kurzes Signal über das Chat-Fenster. Mehr dazu gibt es auf Nachfrage.

Leistungsnachweis für die Zertifizierung: Teilnahme im Webinar. Wahl der Darstellungsform auf der Website.

Modul 8:
Gruppendynamik und Werkzeugkasten

Manchmal steht man einfach auf dem Schlauch. Die Ideen für Übungen wollen nicht kommen und man hätte doch so gerne etwas, das man vorbereiten kann. Wir geben Dir einen Notfallkoffer mit Übungen die Wirkungen zeigen und bei den Teilnehmern ankommen.

In diesem Workshop wollen wir aus den gegenseitigen Erfahrungen schöpfen und uns zeigen, welche Übungen wir in den vorangegangenen Führungen wie eingebaut haben. Ein positiver Zusatzeffekt: Wir lernen andere EFB-Begleiter kennen, entdecken, wie sie die Übungen aufbauen und entwickeln gemeinsam neue Ideen für weitere Übungen.

Dieser Workshop ist vor allem zum Austausch zwischen den Teilnehmern gedacht und setzt voraus, dass jeder Teilnehmer mindestens eine Übung mitbringt und anleiten kann. Unter den gegenseitigen erfahrenen Blicken können wir die Übungen auf den Prüfstand stellen und das Für und Wider besprechen. Das gibt uns Sicherheit im Umgang und öffnet gleichzeitig Wege für die Neuentwicklung von Übungen.

Ziele:

  • Neue Übungen kennenlernen
  • Eigene Übungen kritisch hinterfragen und
  • Weiterentwicklung von vorhandenen Übungen unter dem Blickwinkel der EFB-Wirkungen.
  • Vernetzung mit anderen EFB-BegleiterInnen.

Materialien:

Die Arbeitsblätter für das 8×8 und das Magische Dreieck werden nochmal verwendet. Ein Arbeitsblatt zur Dokumentation von Übungen wird ebenfalls ausgeteilt. Alle Dokumente gibt es auch in elektronischer Form zum Download aus dem internen Bereich.

Organisatorisches:

Zur Vorbereitung auf dieses Modul muss jeder Teilnehmer vorher ankündigen, welche Übung er mitbringt. Dies kann per Email oder Telefon oder mit der Anmeldung als Bemerkung über die Homepage erfolgen.

Didaktisches:

Während des Moduls werden diese Übungen sehr konzentriert ausgeführt und angeleitet und für jede Übung wird ein Zeitfenster zur Reflektion genutzt.

Innerhalb der Reflexionszeit steht, werden aus den gemachten Erfahrungen weitere Übungen entwickelt und dokumentiert. Die Dokumentation der Übungen kommt allen Teilnehmenden zugute.

Dieser Teil ist auch offen für Menschen, die bereits Führungserfahrung haben und sich hier neue Anregungen holen wollen. Jedoch liegt der Schwerpunkt hier auf der Eignung der Übung für EFB-Führungen.

Modul 9:
Geschichten vom Gelingen – Texten für Website und Zeitung

Um die Landwirtschaft und die Urproduktion in der Gesellschaft wieder sichtbar zu machen und von den vielen schlechten Storys oder überidyllischen Märchenbildern in ein reales Verhältnis zu setzen, bedarf es in der heutigen Zeit der Nutzung moderner Medien. Folgende Fragestellungen beschäftigen uns in diesem Webinar:

Ziele:

Wie können wir Geschichten vom Gelingen erzählen und in der Gesellschaft präsent bleiben?

Lerne in diesem Webinar unterschiedliche Textmodelle kennen und diese zu schreiben. Als Vorbereitung lieferst Du uns einen Beitrag aus Deiner Feder und wir sehen uns diesen gemeinsam im Modul an und analysieren, in welche Richtung dieser Beitrag weiter entwickelt werden kann. Nutze  die Social Media Möglichkeiten des EFB und bleibe damit präsent. (Möglichkeiten und Bedienbarkeit wird im Modul 7 geschult). Überwinde Deine  Angst vor vermeintlich „schlechten“ Texten und erzähle Deine „Geschichten vom Gelingen“!

Materialien:

Im Vorfeld sollte bereits ein kleiner Bericht angefertigt werden, der anschließend verbessert wird, oder es wird – falls schnell genug geschrieben werden kann – während des Moduls ein kleiner Bericht verfasst.

Du bekommst die Zugangsdaten und die Anmeldeformulare für die Website-Einträge per Mail im Voraus zugesendet.

Das Webinar wird aufgezeichnet und dir später per Link zum Download zur Verfügung gestellt.

Organisatorisches:

Der Workshop findet online als Webinar statt. Daher ist ein eigener PC mit Internetanschluss nötig. Außerdem ein Headset oder ein Telefon.

Didaktisches:

Webinare benötigen ein hohes Maß an Konzentration und auch an Disziplin. Hintergrundgeräusche stören die TeilnehmerInnen und daher können wir teilweise die Mikrofone stumm schalten. Um sich dann zu Wort zu melden reicht ein kurzes Signal über das Chat-Fenster. Mehr dazu gibt es auf Nachfrage.

Leistungsnachweis: keiner, da Wahl-Modul.

Anmeldung und Kleingedrucktes

Ein jedes Modul kostet 50 €. In der Regel werden zwei Module pro Tag angeboten. Eine Verpflegung wird in der Regel auf dem Hof angeboten und dort vor Ort mit dem Hof abgerechnet.

Die Anmeldung erfolgt direkt über die ausgeschriebenen Module unter www.efb-ev.org/veranstaltungen oder formlos per Mail unter Angabe der Rechnungsanschrift und der Namen der TeilnehmerInnen an:

Mit der Anmeldung akzeptierst Du folgende AGBs:

Stornierung

Solltest Du vier Wochen vor Zustandekommen des Termins absagen und keinen Ersatz-Teilnehmer finden, behalten wir uns vor, 50% des Seminarbeitrags zu berechnen. Solltest Du 14 Tage vor dem Seminar absagen und keinen Ersatz-Teilnehmer finden, wird der gesamte Seminarbeitrag fällig. Gegebenenfalls wird Dir auch die Verpflegungspauschale des Hofes in Rechnung gestellt (ca. 7 – 15 €).

Absagen von Seiten des EFB aus Gründen von Krankheit oder sonstigen äußeren Umständen können jederzeit erfolgen mit der Rücküberweisung des Seminarbeitrags oder einer Verschiebung auf einen anderen Termin.

Fotografien und Filmaufnahmen

Darüber hinaus gibst Du ausdrücklich die Einverständniserklärung dazu, dass Du der Veröffentlichung von Fotos oder Filmaufnahmen zustimmst, soweit diese genutzt werden, um die Arbeit des Erfahrungsfeld-Bauernhof zu dokumentieren oder auch um auf diese Arbeit an anderen Orten aufmerksam zu machen. Solltest Du Bedenken wegen der Foto- und Filmaufnahmen haben, teilst Du uns dies bitte zu Beginn der Veranstaltung mit.

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