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Von Kühen und Kindern, Fliegen und Fladen

Eine Landkarte – zumindest ist der Flyer so gefaltet – kam neulich per Post zu mir. Absender: Schloss Freudenberg in Wiesbaden. Inhalt: Ein kleines Kuh-ABC.

Erfahrungsfeld KuhVon A wie Augen bis O wie Ohren enthält es etwas anders formulierte Hinweise zum Betrachten von Kühen. Mit viel Sorgfalt und schönen Zeichnungen wurde der Kuh das diesjährige Sommerprogramm gewidmet. Und man merkt gleich: es fehlen noch so viele Begriffe – und dennoch animiert es zum Beginnen, zum Staunen, zum Verweilen.

Es weckt das Kind in uns, das Staunende, wiederentdeckende und übende Wesen, welches wissbegierig einem anderen Wesen begegnet: der Kuh.

Was mir gut gefällt, ist die Haltung, die im Flyer zum Ausdruck kommt: Sie zeugt von Dankbarkeit gegenüber der Kuh und von Respekt. Sie wird nicht als Nutztier, sondern vielmehr als Partner gesehen und mit dem Hinweis auf Fliegen und Fladen ein leiser Verweis auf das ganze zusammenhängende Lebe-Wesen Kuh gegeben.

Die Rückseite zeigt dann die Landkarte zum Hexenwasser. Das Hexenwasser ist keine gewöhnliche Landschaft, sondern im Winter ein Skigebiet und im Sommer ein vernetzte Bergwelt, in der man mit den eigenen Sinnen verschiedenste Erfahrungen und Entwicklungen machen kann. Natürlich gibt es Gastronomie und verschiedene Programmangebote. Und Jung und Alt erleben in den Sommermonaten hier auf vielfältigste Weise, wie sie sich persönlich an den kleinen und großen Details weiterentwickeln können.

Mit der Gondel geht es leicht nach Hochsöll. Das Hexenwasser hat von Mitte Mai bis Mitte Oktober von 9:00 Uhr bis 17:30 Uhr geöffnet. Wer also nochmal Zeit für einen Kurzurlaub hat, der kann hier Erfahrungen sammeln und neben der wunderschönen – durch die Kuh mitgestalteten – Landschaft auch das eine oder andere leckere aus der Region schmecken, barfuß wandern, sein blaues Wunder erleben, ein Bienentheater besuchen, Sonnenuhren studieren und Windharfen lauschen. Man merkt den Stationen die künstlerische Handschrift des Schloss Freudenberg an. Für alle diejenigen, für die Wiesbaden zu weit nördlich liegt, lohnt sich die Anfahrt zur Hohen Salve bestimmt.

Wir werden in den nächsten Zertifizierungsteilen wieder die Chance haben, Kühen zu begegnen – wenn auch nicht auf der Alm, so doch immerhin so intensiv, dass das Wesen der Kuh durchaus zum Tragen kommt.

Weitere Informationen: www.hexenwasser.at und www.schlossfreudenberg.de

dav
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Was haben Bienen mit Demokratie zu tun?

In Wiesbaden, am Schloss Freudenberg, steht der erste Omnibus für direkte Demokratie. Er kam vor über 10 Jahren über Nacht mit einem Abschleppwagen und fand hier seinen letzten Ruheplatz. Der künstlerische Leiter Matthias Schenk hatte die Idee, den Bus als Erfahrungsstation ans Schloss Freudenberg zu holen und mit Bienen zu beleben.

Foro: (c) Claudia Wagner. Aufgenommen am Schloss Freudenberg
Foto: (c) Claudia Wagner. Aufgenommen am Schloss Freudenberg

Am Schloss begegnete der Beuys-Schüler Johannes Stüttgen dem Demeter-Imker Robert Friedrich. Robert ist Gründungsmitglied im Erfahrungsfeld Bauernhof.

Die Begegnung dieser Menschen führte zu der Idee, den Bus als Bienenhaus mit Bienenvölkern in Lehmbehausungen auszubauen.

So kamen die Bienen in den Bus.

Oft fragten Spaziergänger: “Was sollen denn die Bienen im Bus, die habe doch eine Königin?” Kenner der Bienen sagten “aber es sind doch die Arbeitsbienen, die durch die Fütterung und die Wabengestaltung über die Entwicklung von Drohnen und Königinnen entscheiden!”

Johannes gab auf die Frage, was Bienen mit Demokratie zu tun hätten, eine Einwortantwort:

“Nichts!”

Es sind wir Menschen, die nicht nur den Begriff der Demokratie gebildet haben, sondern auch die Zusammenhänge im Bienenstock beschreibbar machten. Wir sind es, die Zusammenhänge entwickeln und erkennen und die aus dieser Tätigkeit anders lernen können.
Diese Fähigkeit wird im Erfahrungsfeld Bauernhof genutzt, um den eigenen Fähigkeiten und denen der Anderen zu begegnen.

Ausprobieren?

Fragen Siedoch mal nach einer Führung in ihrer Nähe!


Olaf Keser-Wagner hat damals den Omnibus auf seinen Sockel gehoben und die vielen Spaziergänger gehört, die kopfschüttelnd vor der Baustelle standen.