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Wir stellen uns den Fragen.

             

In einem neuen Veranstaltungsformat in Form einer Webkonferenz werden wir zukünftig einmal im Monat Fragen zum Erfahrungsfeld Bauernhof beantworten. Vielleicht geht es dir so, dass du schon lange nichts mehr vom Erfahrungsfeld Bauernhof gehört hast, oder nicht mehr genau weißt worum es geht. Oder du es jemanden empfehlen möchtest, du es aber inhaltlich nicht so gut erklären kannst. Dafür ist dieses Webinar geeignet.

Wir entschieden uns dies nun einmal auszuprobieren um festzustellen wer sich dafür interessiert und welche Fragen entstehen. Diese Fragen werden wir zunehmend sammeln und wenn wir sie nicht in den halb bis einstündigem Webinar beantworten können, dann werden wir auch gezielt themenbezogene Webinare dazu anbieten.

 

Die Voraussetzungen für ein Webinar sind recht einfach. Ihr bekommt nach eurer Anmeldung per Mail einen Link zu unserer Webinarplattform gesendet. Außerdem eine zusätliche Telefonnummer und einen Veranstaltungscode.

Ihr benötigt einen PC mit Internetanschluss und ggf. ein Headset.

Ihr folgt dem Link und den Anweisungen und gebt die Veranstaltungsnumer ein.

Solltet ihr kein Headset haben, klickt ihr auf „Mit Telefon einwählen“ und stellt mit einem Telefon die Verbindung in diesen Webinarraum her.

 

Da wir auf Spenden und sonstige Förderungen angewiesen sind, auf Grund des großen Ehrenamtsteils, bieten wir das Webinar kostenpflichtig an. Wir erstatten jedoch die Kosten, falls Empfehlungen dafür ausgesprochen werden. Die sich anmeldende Empfehlung sollte dies uns jedoch schriftlich erklären (Ich bin empfohlen worden von…)

Außerdem bieten wir innerhalb eines festen Buchungsfensters für Frühbucher das Webinar kostenlos an. Das könnt ihr am besten herausfinden wenn ihr gleich auf die Veranstaltung unten klickt. Dort ist zu sehen ob ihr innerhalb des kostenlosen Zeitfensters seid oder nicht.

 

Ansonsten, freuen wir uns, wenn wir darüber wieder intensiver in Kontakt treten und gezielt mit Denjenigen wieder in Dialog kommen die es bereits tun, oder denjenigen die es in Zukunft machen wollen.

 

HIER findet ihr die Veranstaltung.

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Erfahrungsfeld Blaubeere – zu Gast auf dem Bickbeernhof in Brokeloh

„Wir können nur Blaubeeren“-so lautete der Ausspruch von Herrn Nolden, der uns als Gastgeber des zweiten Zertifizierungstags in Niedersachsen auf den Bickbeernhof begrüßte. 25 Hektar Blaubeeren und eine Gastronomie, die ganz abgestimmt ist auf Gerichte, in denen Blaubeeren eine leckere Komponente sind. Aber es ging nicht nur ums schmecken…

Zusammen mit den Teilnehmern der Zertifizierung im niedersächsischen Raum, durften wir den Hof auf eigene Faust entdecken und erfahren was die Methode Erfahrungsfeld Bauernhof mit uns macht. So begannen wir am Rand des Blaubeerfeldes mit dem Untersuchen der Pflanzen. Als Städter aufs Land gezogen entstand die Frage > Sind dies noch Blaubeeren und können diese noch geerntet werden? <Bei genauerem Betrachten, sahen wir wie die Beeren an den Rispen teils abgeerntet und teils noch wenige vorhanden waren. Wir erlebten ein haptisches, optisches und geschmackliches Ereignis. Zudem erfuhren wir einiges über Alter, Gehölzart und Erträge der Pflanzen.

Die Ertragsfrage beschäftigte uns am meisten. Kein Wunder! Wenn Lebensmittel-Märkte Blaubeeren angeliefert bekommen, dann gibt es einen Preis für den Verbraucher. Die Frage, welche Arbeiten vorher ausgeführt werden und in welcher Zeit diese erledigt werden müssen, damit dieser Preis erzielt werden kann, war so interessant, dass sie uns über die ganze Führung begleitete. So stoppten wir die Zeit wie lange es dauert um fünf Blaubeeren zu ernten. Und versuchten hochzurechnen wieviel Zeit notwendig ist um ein Kilo Beeren zu ernten. Jede Rispe hat jedoch unterschiedlich viele Beeren und jeder Strauch unterschiedlich viele Rispen. Ein schwieriges Unterfangen. Die genauen Kennzahlen konnte uns der Betriebsleiter später nennen.

Wir verdichteten mit der Gesprächslandkarte 8×8 die Fragen, sodass wir die Bedeutung dieser Kennzahlen erfassen konnten. Faszinierend wurde es, als wir über die unterschiedliche Größe der einzelnen Büsche diskutierten. Lag es am Alter der Pflanze? Oder an der Sorte? Der Landwirt erklärte uns später, dass selbst gleiche Sorten unterschiedlich schnell wachsen. Weil sie zweimal im Jahr auf eine gut erntebare Höhe zurückgeschnitten werden. Außerdem ist die Beschaffenheit des Bodens verschieden. Somit wirkten manche Büsche groß und üppig , andere wiederum etwas gedrungener. Der Ertrag sei auch an den kleineren Büschen ähnlich hoch, wie an den großen.

Auf der anderen Seite des Unternehmens fanden wir die Halle mit der Sortier- und Abpackanlage und konnten uns daraus herleiten, wie der Prozess der Blaubeere in die Verkaufsschälchen verläuft. Auch sahen wir dort an den Wänden Regale befüllt mit Blaubeeressig, Blaubeerkompott oder Blaubeermarmeladen. Etiketten zeugten von der Vielfalt der Produkte. Hier konnten wir wieder untersuchen was alles aus den Blaubeeren entstand. Und wenn ich hier sage „alles wurde mit viel Liebe und Sorgfalt hergestellt“, so entnehme ich das der Erfahrung, dass wir überall gut gelaunte und begeisterte Mitarbeiter vorfanden.

Der Gang durch den Hof endete mit einem Feedback und einer Rückbesinnung auf das, was die Hofführung von anderen unterschied. Die Kommentare der Teilnehmenden lassen sich so zusammenfassen: normalerweise wird versucht, in kurzer Zeit möglichst viele Informationen zu vermitteln. Aber genau das reicht dem Gast nicht zur Erkenntnis. Die Erkenntnis, wie selbst der Betriebsleiter der Gastronomie erwähnte, war bei weitem nachhaltiger und tiefer, als das was er bei Führungen auf anderen Höfen erfährt: Das dort Jemand ist, der ihm alles was er über den Betrieb weiß in der zur Verfügung stehenden Zeit erzählt.

Am Nachmittag wendeten wir uns einem besonderen Aspekt zu. Hier ging es um die Auseinandersetzung mit den eigenen Sinnen. Neben den klassischen fünf Sinnen, sammelten wir Assoziationen zur Sinnestätigkeit die nicht nur mit den Sinnesorganen wahrnehmbar sind. Sondern die dahinter liegen und unsere Wahrnehmung schulen und unterstützen. Sodass wir Ideen entwickelten, wie wir mit wenig Material eine tiefgreifende Begegnung mit dem Gast erzeugen.

So kamen wir beispielsweise auf den Gleichgewichtssinn. Ein Stock auf dem alle versuchten zu balancieren. Oder die Aufgabe, diesen Stock dann auf der Hand zu balancieren. Das brachte uns Erfahrungen mit dem Gleichgewicht und der Fähigkeit dieses herzustellen. Wir versuchten auch den Stock waagerecht auf einen Zaunpfahl zu legen. Dies erschien relativ einfach, aber dann die Übung zu steigern und den Stock senkrecht auf den Zaunpfahl zu stellen, entpuppte sich als äußerst schwierig. Daraus folgte, dass die Konzentration zunahm um diese Aufgabe irgendwie auszuführen. Jedoch schafften wir es nicht. Aber der Versuch und die Aufmerksamkeit es auszuprobieren bleibt in großer Erinnerung.

Die Inspiration, solche Übungen direkt auf dem Betrieb zu entwickeln, mit den Materialien die gerade zur Verfügung stehen, stammt aus dem Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne und des Denkens. Dabei wird die Aufmerksamkeit gebündelt und es werden Phänomene kennengelernt.

Die Reise geht weiter, denn im nächsten Jahr werden wir wieder Termine machen. Sowohl in Schleswig Holstein als auch in Niedersachsen und dort weitere Betriebe kennenlernen. Wir werden sie nutzen um unsere eigenen Fähigkeiten weiter zu entwickeln und Führungen die wir selbst anbieten wollen auf dem Hof zu verstärken.

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Vorstand und Beirat entscheiden nächste Schritte

Vorstand und Beirat des Erfahrungsfeld-Bauernhof e.V. (v.l.n.r: Olaf Keser-Wagner (Vorsitz), Anika Oppermann (Schriftführerin), Claudia Klebach (Beirat), Anne Eid (Schatzmeisterin))

Aus Anlass der Neuwahl von Frau Dr. Anika Oppermann in den Vorstand des Erfahrungsfeld-Bauernhof e.V. (EFB) trafen sich am 8.5.2017 die Vorstands- und Beiratsmitglieder des Vereins zu gemeinsamen Abstimmungen. Da alle nebenberuflich die Weiterentwicklung des Vereins betreiben, standen Fragen im Vordergrund, wie man die Aufgaben sinnvoll verteilen, rhythmisieren und vereinfachen kann. Dabei wird in Zukunft auch die immer größere Möglichkeit des Internets eine Rolle spielen. Kann man die Anmeldebestätigung, die Abrechnung und die Newsletter aus einem einzigen Programm heraus abwickeln? Wie erhält man schnell aktuelle Teilnehmerdaten und ermöglicht kein doppeltes Eintragen von Emails in Newsletterdatenbanken und Adressdaten?

Aber auch Fragen an die Modularisierung der Zertifizierung wurden gestellt. Was ist die richtige Reihenfolge? Bringt die Modularisierung auch das, was sie bringen soll? Hier konnte festgestellt werden, dass wir nach wie vor hinter der Entwicklung stehen, da sie eine größtmögliche Flexibilität für alle Teilnehmenden und auch die Durchführung bietet. So konnte berichtet werden, dass beispielsweise über die Modularisierung auch geschlossene Veranstaltungen dazu genutzt werden können, um Interessenten für neue EFB-Zertifizierungen zu finden. Auf der Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof z.B. wurde in einem Workshop das Modul zur Preisbildung angeboten. Den TeilnehmerInnen wurde anschließend auf Wunsch das Zertifizierungsheft bereits mit einem Eintrag ausgehändigt. Andere Veranstalter fragen an, wie man mit einer Zertifizierung beginnen könne. Dann lässt sich aus den 9 Themenfelder ein Themenschwerpunkt finden, der zum Einstieg in die Zertifizierung einlädt. Sei es die Führung über einen Betrieb oder auch eine vertiefende Thematik hinsichtlich Sinnesentwicklung, Gesprächslandkarte 8×8 oder Preisbildung.

Online soll es für bereits zertifizierte EFB-Begleiter einzelne Themen auch als Webinar zum Abruf geben. Hier muss noch geklärt werden, welche Plattform für ein Streaming genutzt werden kann und mit wieviel Aufwand dieses hochgeladen werden muss.

Anfragen aus dem Alpenvorland genauso wie aus dem Münsteraner Raum werden zurzeit weiter verfolgt. Dort sollen im Herbst weitere Module angeboten werden. Die Termine sind teilweise schon fix, die Wahl der Höfe noch nicht.

Die bislang für uns kostenlose Plattform OnlyOffice hat ihren Dienst nun Kostenpflichtig gemacht. Da die Plattform jedoch selten genutzt wurde, wird es in Zukunft eher darum gehen auf der Website einen internen Bereich zu entwickeln, in dem man Dokumente zur Verfügung stellen kann und sich gegenseitig unterstützen kann. Dies lässt sich gut kombinieren mit den Rechten im Kalender und in den eigenen Webpräsenzen Beiträge zu schreiben.

Der Vorstand und Beirat bedankt sich nochmal auf das Herzlichste bei Daniela Hölz vom Elkenhof, die als Schriftführerin tätig war und uns immer wieder ihren Hof zur Verfügung stellt. Zum Glück bleibt uns der Hof erhalten – der sicherlich einen Besuch wert ist. An ihre Stelle tritt nun Dr. Anika Oppermann, die uns momentan von Hildesheim aus unterstütz und sich „den Norden“ vorgenommen hat. Dort laufen Gespräche mit den Landwirtschaftskammern und verschiedenen Verbänden über mögliche Veranstaltungen.

Wir können also gespannt in die Zukunft und auf die nächsten Termine schauen. Das wesentliche, was uns noch fehlt, sind Menschen, die von uns weitererzählen, uns empfehlen für Vorträge, Tagungen, Hofveranstaltungen und die die Idee wirklich vom Interesse des Gastes aus einen Hof zu erkunden, weitertragen. Ein erster Schritt dazu könnte sein: Unseren Newsletter weiterzuempfehlen – oder eine unserer nächsten Veranstaltungen.

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Die neue Zertifizierung hat begonnen

Übersicht über die Module und den Aufbau

Ich will hier kurz einen Überblick über die neue Zertifizierung geben. Außerdem gibt es ab sofort das Heft mit den Leistungsnachweisen zum Download hier

Warum eine Zertifizierung?

Es gibt viele Begriffe in der Umweltpädagogik: „Bauernhofpädagogik mit allen Sinnen“, „Erlebnispädagogik“, „Lernort Bauernhof“ und andere sind vielen Menschen bekannt. Vieles was unter diesem Begriff passiert, ermöglicht auch Erfahrungen und Erlebnisse. Während jedoch bei den meisten Angeboten die Wissensvermittlung im Vordergrund steht, geht es beim EFB um die persönliche Begegnung mit der Urproduktion. Um sicher zu stellen, dass diese persönliche Begegnung gelingt, entwickeln wir mit Dir schrittweise spezielle Kompetenzen, welche Dich nach Abschluss der Zertifizierung dazu befähigen  Führungen zu geben, welche der Qualität des Erfahrungsfeld-Bauernhof e.V. entspricht.

Wofür brauche ich das Zertifikat?

Das Zertifikat zeigt, dass Du die verschiedenen Aspekte bei einer Begegnung erkennen und verwandeln kannst. Außerdem kannst Du damit auf unserer Homepage eigene Angebote, z.B. Führungen, einstellen und auf Deiner Unterseite Berichte von spannenden Erlebnissen aus Deiner EFB-Praxis präsentieren.

Mit dem Zertifikat wissen auch neu hinzukommende Betriebe, dass die Qualität des Angebots gesichert ist, wenn Du sie auf ihrem Betrieb führst.

Wie sieht die Zertifizierung aus?

Wir möchten Dich ermutigen, Führungen und Veranstaltungen auf Bauernhöfen, in der Urproduktion oder auch der ersten Verarbeitungsstufe „durchzuführen“. Dazu bekommst Du von uns Handwerkszeug, mit dem Du eigene Führungen entwickeln kannst. Übungen, Kenntnisse zu den Methoden des Fragens und Deine wachsende Erfahrung ergänzen die Zertifizierung.

Der zeitliche Ablauf ist sehr flexibel und modular aufgebaut. Einige Module sind Pflicht, hier genannt „Pflicht-Module“, andere kannst Du machen, wenn Du noch mehr wissen willst, hier genannt „Wahl-Modul“. Einzelne Module sind als Webinar abends vom Schreibtisch aus zu erarbeiten. Die genaue Übersicht über die Module und aktuelle Termine der nächsten Module findest Du auf der Homepage unter
www.efb-ev.org/veranstaltungen

Solltest Du schneller Dein Zertifikat machen wollen, als wir Termine auf der Homepage anbieten, dann frage doch einfach nach, ob Du einen eigenen Termin organisieren kannst. Wenn wir mindestens 8 TeilnehmerInnen haben, können wir auch hier sehr flexibel reagieren.

Deine zeitliche Investition:

Insgesamt benötigst Du mindestens die 7 Pflicht-Module. Mindestens ein Modul wird mit uns zusammen online erfüllt. Die anderen sechs werden in der Regel als jeweils zwei Halbtages-Module an einem Tag von 9:30 – 12:30 Uhr und von 13:30 – 16:30 Uhr auf landwirtschaftlichen Betrieben deutschlandweit angeboten.

In der Mittagspause gibt es in der Regel eine kleine Verpflegung, die vom gastgebenden Betrieb zur Verfügung und in Rechnung gestellt wird.

Das Modul am Vormittag enthält immer eine Führung, wobei hier auch Neueinsteiger mit bereits sich in der Zertifizierung befindenden Teilnehmenden zusammen kommen können. Während die Neueinsteiger die Grundidee innerhalb der Führungen selbst erfahren, üben sich die Fortgeschrittenen in der vertieften Beobachtung oder selbst im Führen – je nachdem, wie weit sie sich dieser Aufgabenstellung gewachsen sehen. Denn: Wer bereits Erfahrungen in Hofführungen hat, traut sich oft schneller eine Führung zu machen, als Neueinsteiger, die sich mit der Methodik noch unsicher fühlen.

Wir möchten Dir hier die einzelnen Module beschreiben. Du entscheidest selbst, wann Du welche Pflicht-Module durchführen möchtest und ob Du angebotene Wahlmodule zur Festigung Deines Wissens hinzunehmen möchtest.

Mit der Zertifizierung kannst Du nachweisen, dass Du:

  • die Haltung und Methoden des Erfahrungsfeld-Bauernhof beherrscht.
  • Veranstaltungen und Führungen im Sinne des EFB eigenständig durchführen kannst.
  • Geschichten vom Gelingen erzählen und die Vernetzung und Weiterverbreitung der Idee unterstützen kannst.

Die Teilnahme an den Modulen wird mit Unterschrift der Ausbilder ab Seite 42 bestätigt.

Übersicht der Module

Nr. Titel Schwerpunkte  
1 Mit Fragen führen – vom Erlebnis zur Erfahrung, Einsteigerstatus EFB kennenlernen im Rahmen einer Führung. Reflektion über die Grundlagen von Führungen. Pflicht
2 Öffentlichkeitsarbeit in der Landwirtschaft – vom Umgang mit kritischen Fragen Gesprächslandkarte 8×8 als grundlegende Fragehaltung kennenlernen. Fragen üben. Pflicht
3 Mit Fragen führen – vom Erlebnis zur Erfahrung, Methoden-Beobachter EFB-Führung mit Methodenkenntnissen beobachten und Reflektion über die Wirkweise der Methodik. Wahl
4 Vom Gleichgewicht und dem Gemeinschaftssinn Die Sinne als Grundlage zur Entwicklung von Übungen. Sinnesentfaltung als Grundlage von Begegnung. Pflicht
5 Mit Fragen führen – vom Erlebnis zur Erfahrung, Nachweis der Durchführung Eigenständig eine Führung planen und durchführen. Pflicht
6 Wert-Bildung in der Natur- und Umweltpädagogik Preise für Veranstaltungen kalkulieren  und Preisverhandlungen führen. Psychologische Grundlagen der Preisbildung. Pflicht
7 Netzwerk sichtbar machen – Homepage, Facebook und Co. Online-Modul zur Einführung in die Website, Kalender, SocialMedia und das interne Portal. Pflicht
8 Gruppendynamik und Werkzeugkasten Übungsanregungen zu unterschiedlichen Altersstufen – Was hat meine Lieblingsübung mit dem EFB zu tun? Wahl
9 Geschichten vom Gelingen – Texten für Website und Zeitung Online-Modul – Einen Text erstellen, den Leser erreichen. Wir schreiben unseren Pressetext und Blogbeitrag. Wahl

In der Regel sind zwie Module an jeweils einem Tag angeboten: Vormittags 9:30 – 12:30 Uhr: Module 1, 3, 5, nachmittags die anderen Module im Wechsel und nach Bedarf der Zertifizierungssituation.

Die Module 7 und 9 werden online angeboten und am heimischen PC absolviert.

Wer seine Abschluss-Führung nicht in einem der Module 1, 3, 5 absolvieren kann, kann mit einem zertifizierten EFB-Begleiter eine eigene Führung organisieren und die Durchführung schriftlich dokumentieren, sodass erkennbar ist, wie die Methodik konkret angewandt wurde. Hierzu ist eine Absprache mit dem Ausbildungsteam notwendig.

 

 

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Gemeinde Beselich zu Gast auf Hof Plankenhausen

Man kann das Interesse in den Kinderaugen deutlich erkennen.

Wieder einmal hat im Rahmen der Ferienspiele ein Besuch auf Hof Plankenhausen stattgefunden. Unter der Leitung von Claudia Klebach entdeckten die Kinder veschiedene Ställe und Maschinen und das Echo von Frau Tovornik zur Art der Begegnung zeigt: Wir sind auf einem Guten Weg.

Für die Kinder, aber auch die Betreuer war es eine super Führung auf dem Hof Plankenhausen. Noch nie hat einer eine solch „intensive“ Führung mitgemacht.
Mit allen Sinnen konnte man erleben, was „Bauernhof“ bedeutet.

Vielen Dank an die EFB Begleiter für diese tollen Stunden!

Viele Grüße

Marie Tovornik
Gemeinde Beselich

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Hessischer Rundfunk zu Gast auf dem Bornhof – so geht Netzwerken!

Montag, 27.6.2015 klingelt das Telefon. Der Hessiche Rundfunk hat angerufen und gefragt, ob er am Mittwoch einen Bericht für den Freitag, 1.7.2016 über das EFB machen kann. Das ist kurzfristig, knapp und ich weiß, dass Claudia alle Hände voll zu tun hat. Dennoch rufe ich sie an. Ich habe mir überlegt: Ich kann hochfahren aus München und bei Holger Fürnstall, auf dem Elkenhof oder auch auf dem Bornhof für ein Interview zur Verfügung stehen. Claudia weiß noch nicht, ob sie kann. Der Tierarzt hat sich angemeldet und die Chance scheint uns aber gut zu sein. Also schauen, welcher Hof sich meldet. Nachricht hinterlassen bei Holger, angerufen bei Daniela, die aber erst abends um 21:00 Uhr zurück sein wird.

Im Veranstaltungskalender sehe ich den Führungstermin bei Renate auf dem Bornhof. Ich erreiche Sie und sage, was wir vorhaben – vielleicht hat Sie auch Lust, mitzumachen. Und sie meldet mir zurück, dass Sabine morgens eine Führung bei ihr gemacht hat – vielleicht ist sie auch noch am Nachmittag da.

Also Mail an Sabine und am Abend die Antwort, dass sie auch kommt. Am Dienstag dann die Mail von ihr, sie könne auch eine Familie mitbringen mit drei Kindern.

Ich kaufe mein Bahnticket für Mittwoch früh und verabrede mich mit Mareike, der Redakteurin, vor dem hr in Frankfurt. Gemeinsam mit Jonas dem Kameramann fahren wir zum Bornhof und treffen dort neben Renate eine weitere Gastfamilie an, die Urlaub auf dem Bauernhof macht. Auch ihre Kinder wollen gerne mit vor die Kamera. Und nach Zustimmung der Eltern kann es losgehen.

Hans im Gras und Fredy an der Kamera
Hans im Gras und Fredy an der Kamera

Auf der Fahrt zum Hof haben wir bereits einiges ausgetauscht an Informationen, was das EFB macht und will, was die Besonderheiten sind, auf die man achten kann während einer Führung, wie schwer es für den Verbraucher ist, sich für oder gegen etwas zu entscheiden, wenn man doch keinen Einblick mehr hat und die Lage äußerst kompliziert ist. Ich bin überzeugt, dieses Briefing hilft uns gemeinsam die Kamera auch auf das zu Richten, was den Unterschied ausmacht.

Als auch noch Claudia rechtzeitig auf den Hof kommt steht so langsam die Idee, wie der Beitrag aussehen könnte. Nach etwa zwei Stunden sind die wesentlichen Bilder im Kasten und alle brechen wieder auf.

Ich steige am Flughafen wieder in den Zug nach München und bin um 21:00 Uhr zurück. Inzwischen wird Maren den Bericht geschnitten haben und bereits mit anderen Themen beschäftigt sein. Alles hat prima geklappt. So geht Netzwerken! Danke an alle Beteiligten.

Hinter den Kulissen

Während Claudia die Kinder über den Hof begleitete und in bewährter Art aus ihnen ihre Fähigkeiten hervorlockte, zeigte sich manches Detail der besonderen Methodik. So tauchen immer wieder Fachbegriffe auf, die die Kinder zwar wissen, aber die sie noch nicht mit einer Realität verbunden haben. Außerdem wird für uns als Beobachter der Szene deutlich, wie intensiv die Konzentration ist und wie selbst bei verschiedenstem Alter (3-12 Jahren) dennoch alle auf ihre eigenen Erfahrungen kommen. Wie sich die Gruppe gegenseitig stärkt und stützt, hilft zu entdecken, die Zusammenhänge zu finden.

Kann man eigentlich hören, ob in dem Ei ein Küken ist? Wie schmeckt das Futter? Und wie lässt sich der Stalldurft beschreiben? Die Besonderheit der Sinneswahrnehmungen wird deutlich auch als Hans vom Salzleckstein eine Ecke abbricht und probiert. Die Kinder überwinden immer wieder Vorstellungsängste und erfahren sich als mutig und fähig. Sie machen ihre Erfahrungen in ihrem eigenen Tempo und bekommen dafür solane Zeit, wie die Aufmerksamkeit reicht. Das ist lange – und manch einen Lehrer höre ich in den Führungen sagen: Aber wir haben ja noch nicht alles gesehen! Doch genau darauf kommt es an: Die Zeit zu geben, die Erfahrung zu machen. Nicht einfach nur abzurufen, wie etwas riecht oder schmeckt, um zu prüfen, ob die verschiedenen Geschmacksrichtungen oder Geruchsnoten den Kindern bekannt sind. Nein, es geht um das Riechen an sich und das Helfen, zu artikulieren, was so besonders an diesem Geruch ist.

Als Mareike am Ende die Kinder fragen will, was sie besonderes mitnehmen aus der Führung, erlebt sie, dass die Kinder in dem Glauben sind, sie müssten jetzt etwas gelernt haben und richtig wiedergeben. Das hat sie auch nachdenklich gemacht: Wie kommt es, dass unsere Kinder das Gefühl haben, sie müssen bestehen vor den Augen der Erwachsenen?

Ich erzähle ihr von einer Führung, die Kinder auf dem Gut Hohenberg gemacht haben, nachdem sie drei Tage dort im Schulpraktikum waren. Die erwachsenen Teilnehmer waren überrascht, wie professionell erwachsen die Führung war. Sie waren auch erschrokken über so viel Faktenwissen, ohne eigene Erfahrung und Begeisterung. Und sie waren überfordert, all das Wissen zu behalten, was die Kinder ihnen präsentiert haben. Gerne könnt ihr Ulli nach dieser Führung fragen.

Wir sind es gewohnt, dass wir von älteren vor Prüfungsfragen gestellt werden. Prüfungsfragen haben jedoch eine Besonderheit: Sie haben eine richtige Antwort. Jede Antwort, die nicht richtig ist, macht den Befragten zum Verlierer. Der Prüfer selbst jedoch bleibt immer der Gewinner.

Was ist anders im Erfahrungsfeld-Bauernhof?

Diese Frage taucht immer wieder auf und verfeinert sich unter den verschiedenen Aspekten. Einige will ich hier aufzählen:

  • Wir wissen nicht mehr als die Gäste – wir wissen nur anderes.
  • Was die Gäste wissen ist für die Gäste auch richtig – ob es mit ihrer Wahrnehmung zusammenpasst, das können wir gemeinsam erfahen.
  • Wir wollen die persönliche Entwicklung, die bei der Begegnung mit dem Hof entsteht – dass dabei tiefgreifende Erfahrungen mit der Landwirtschaft entstehen ist ein zusätzliches Plus
  • Jeder kann lernen und Begleiter eines Lernprozesses sein. Das eigene Wissen macht uns Wach für mögliche Fragen – aber es ist nicht das Ziel, dieses Wissen kundzutun, wenn der Andere nicht explizit danach gefragt hat.
  • Augenhöhe in der Begegnung kann nur dann entstehen, wenn wir bereit sind gemeinsam voneinander zu lernen. Das nennen wir Dialog!

Der Filmbeitrag wird am Freitag, 1.7.2016 um 19:15 im Hessenfernsehen ausgestrahlt während der Sendung ALLE WETTER. Wer die Sendung verpasst, kann in der hr-Mediathek nachschauen: MEDIATHEK