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Ideen für vertiefende Weiterbildungen im Erfahrungsfeld-Bauernhof

Die „information.medien.agrar.e,V.“ kurz „i.m.a“ gibt das Lehrermagazin „lebens.mittel.punkt.“ heraus. In diesem Magazin werden immer wieder interessante Beiträge gezeigt und Methoden vorgestellt, wie bestimmte Sachen entdeckt werden können. Artikel über Aktionen auf den Höfen geben Auskunft und Anregungen über die spannenden Stationen des Lernens. Dabei enthält das Magazin auch Arbeitsblätter, in denen man sich Notizen machen kann. Oder auch Kopiervorlagen für Aktionen.

Im Heft 02/2018, finden sich verschiedene Bausteine für den Unterricht sowohl für Landwirte als auch für Förster. Oder aber auch spezielles Ernährungswissen leicht erklärt. Außerdem weist das Magazin auf Bücher hin, welche gelesen und rezensiert wurden.

Das Magazin kann direkt bei der “i.m.a“ unter https://information-medien-agrar.de/webshop/  bestellt werden. Dort können auch viele aktuelle Unterrichtsmaterialien kostenlos angefordert werden.

Des Weiteren ist es möglich die Printausgabe quartalsweise zu abonnieren.

Aus Sicht des Erfahrungsfeld-Bauernhof ergeben sich hier schöne inhaltliche Aspekte, die auch gut umgesetzt werden können und dem Unterricht der heutigen Zeit sehr nahe kommen. Sie verlangen aber in der Regel eine gute Vorbereitung auf dem Hof. Empfehlenswert für diejenigen SchülerInnen und Schüler, die bereits Interesse an den Themen zeigen.

Wenn das Interesse geweckt ist, dann konzentrieren sich Kinder mit einer ungemeinen Faszination und können über Stunden ihren Fragen nachgehen. Dann sind Bildungsangebote hilfreich und können den Weg zu den Erkenntniszielen der Kinder vereinfachen. Häufig leidet unsere Bildung jedoch unter dem Problem, dass es nicht gelingt, das Interesse zu wecken.

Um das Interesse jedoch zu wecken gilt es in erster Linie die Teilnehmenden von Hofführungen bei ihren eigenen Fragen abzuholen. Wie das geht, kann man mit dem Modul „Mit Fragen führen“ im Erfahrungsfeld Bauernhof selbst erleben. Hier sind unsere  Veranstaltungen .

 

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GENAU 2017 – Vom Glück träumen und Gutes ermöglichen…

GENAU 2017 – Lotto spielen und den EFB unterstützen

Der Lotterie verdanken wir diesen Filmbeitrag, der 2016 im Hessenfernsehen ausgestrahlt wurde.

Der EFB ist auch 2017 bei der Umweltlotterie GENAU wieder eingetragen, was uns die Chance auf den wöchentlichen Zusatzgewinn von 5.000 Euro gibt. Unseren Eintrag finden Sie unter dem Landkreis –
www.genau-lotto.de/projekte/landkreis-limburg-weilburg

Die Chancen auf einen Gewinn steigen mit jedem Teilnehmer aus dem Landkreis der einen Online-Spielschein ausfüllt. Das geht hier: www.lotto-hessen.de/genau

Wir finden: eine gelungene Kombination für alle, die vom großen Glück träumen und mit ihrem Lottoeinsatz Gutes tun wollen.

So funktioniert es:

„Für die Teilnahme benötigen Sie nur Ihre hessische Postleitzahl. Der zugehörige Landkreis/die zugehörige kreisfreie Stadt wird automatisch für Sie ermittelt. Schon mit 5 Euro sind Sie dabei und haben die Chance auf den Hauptgewinn von mindestens 10.000 Euro! Und je mehr Teilnehmer mitspielen, desto höher ist der Hauptgewinn. Spielscheine für die Umweltlotterie GENAU erhalten Sie in jeder hessischen LOTTO-Verkaufsstelle oder ganz einfach online.“

https://www.genau-lotto.de/#was

Da es sich um Glücksspiel handelt, folgender Hinweis:

Spielteilnahme ab 18 Jahren. Glücksspiel kann süchtig machen. Mehr Infos unter:
www.spielen-mit-verantwortung.de oder unter der kostenlosen Hotline 0800 137 27 00.

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Jork – Bad Gandersheim – Witzenhausen

Quelle: www.google.de/maps

Anika Oppermann hatte es ermöglicht: Eine Rundreise mit mehreren Schnupperworkshops an verschiedenen Orten im Norden Deutschlands. Ziel war es, die Zertifizierung zum Erfahrungsfeld-Bauernhof-Begleiter bekannter zu machen und Mitstreiter zu finden in der Verbreitung der Methode. Dabei haben wir wie immer auch Neues gewagt, experimentiert und ganz aus den Bedürfnissen der Teilnehmenden heraus gearbeitet.

Jork – Obstbau Augustin

Obsthof Augustin
Quelle: www.google.de/maps

Der Reihe nach: In Jork durften wir den Demeter-Obstbau- und Vermarktungsbetrieb Augustin besuchen und uns durch die derzeit leeren Hallen über den Hof bewegen. Gäste kamen von anderen Obstbaubetrieben aber auch aus der Projektabteilung eines Lebensmittelhändlers. Dort beschäftigt man sich schon länger mit dem Gedanken, wie man sich die Begegnung zwischen Landwirtschaft und Verbraucher intensivieren kann. Die Entdeckung des entschleunigten, jedoch vertiefenden Lernprozesses aus der Wahrnehmung und Beschreibung heraus, machte deutlich: Dies kann ein Weg sein, Kunden zu begeistern, Verantwortung nachhaltig aufzuzeigen und emotionale Erlebnisse zu schaffen. So wandelte sich der Begriff des Güllefasses in den der Pflanzenspritze. Vorurteile wurden aufgelöst und durch die intensive Wahnehmung entstanden Erkenntnisse über Zusammenhänge und weitere, tieferführende Fragen.

Der Fragenkatalog im zweiten Teil der Veranstaltung zeigte deutlich, dass wir erreichten, was wir wollten. Verständnisfragen nach konkreten Möglichkeiten im anderen Umgang mit Kindern und Jugendlichen tauchten auf – ebenso wie die Fragen, für welches Zielpublikum, für welche Gruppengrößen etc. sich die Methodik eignet.

Bad Gandersheim – Milchviehbetrieb Ebeling

Hof Ebeling
Quelle: www.google.de/maps

Am nächsten Tag ging es weiter nach Bad Gandersheim. Auf dem Milchviehbetrieb von Familie Ebeling durften wir neben den Betriebsleitern auch den Lehrling und Gäste vom Obst- und Ackerbau begrüßen. Nach der Führung ergaben sich schnell weitere Erkenntnisse und Fragen, die in einer kleinen Runde weitestgehend beantwortet wurden:

„Ich gehe immer in die Rechtfertigung und nehme den Leuten die Luft“ meinte ein Landwirt, der zwar gerne Führungen macht, jedoch auch seine eigene Ungeduld erkannte.

„Ich schütte die Gruppe zu mit Informationen, was wir als Betrieb für die Umwelt machen. Ich komme gar nicht dazu, Fragen zu beantworten, weil die Gäste keine Fragen stellen – weil sie zugeschüttet sich mit zu viel Information. Sie hören nicht zu, wenn man zu viel Informationen gibt.“

Diese Äußerungen zeigen deutlich, dass die entschleunigte, wahrnehmende Haltung im Umgang mit Gästen erst ermöglicht, dass Fragen reifen können, und dass diesen erst dann auf den Grund gegangen werden kann.

Aufgeworfen wurden auch hier die Fragen, wie mit Gruppen umgegangen wird, die auseinanderlaufen, was man machen kann, wenn die Lehrer die Verantwortung einfach abgeben, oder wie eine Gruppe sinnvoll getrennt werden kann, wenn man die Gruppe nicht kennt?

Und natürlich wird auch nachgefragt, wie bei einer Führung im Sinne des Erfahrungsfeld Bauernhofs die eigene Botschaft transportiert werden kann. Im Sinne des Erfahrungsfeld-Bauernhof ist dies genau die Lücke: Wenn der Gast nicht bereit ist und mit echten Fragen an der Botschaft interessiert ist, dann kommuniziert man diese Botschaft besser nicht. Man kann jedoch durch das vorsichtige Lenken auf die Fakten und Möglichkeiten dem Gast die eigene Gedankenwelt entlocken und ihn damit zu konkreteren Fragen an den Landwirt hinführen.

Witzenhausen – Umweltkommunikation auf Gut Fahrenbach

Gut Fahrenbach
Quelle: www.google.de/maps

Am Nachmittag ging es dann weiter nach Witzenhausen auf das Gut Fahrenbach. Dort wurden wir freundlich in Empfang genommen und mussten dem Wetter entsprechend das Programm etwas umstellen. Hier konzentrierten wir uns sehr stark auf die Methodik des Fragens und die Bedeutung von Fragen für den Frager. Humorvoll und doch sehr ernst nahmen die Teilnehmenden des Moduls „Umweltkommunikation“ unter der Leitung von Marina Hethke (Universität Kassel-Witzenhausen, Ökologischer Landbau) die Methodik auf und begannen gleich in der anschließenden Hofbegehung damit zu arbeiten. Kaum sprach einer aus er habe noch eine Frage, gab es gegen Ende immer wieder ein kleines Lachen zu hören, weil man genau merkte: Jetzt musst du aber genau fragen, um was es geht – sonst wirst Du durch Gegenfragen dahin gebracht, dass Du deine Frage erst mal wirklich konkret stellst.

Begonnen hatten wir mit einer kurzen Einleitung und Vorstellung, was das Erfahrungsfeld macht. Dann baten wir die Teilnehmenden, sich gegenseitig vorzustellen und zwar mit der Frage, die der jeweils andere nun an uns hat. Die folgenden Fragen sind dabei zum entstanden (wir haben sie hier nur etwas sortiert, um die Vielfalt der Fragen deutlicher zu machen):

Zur Idee des EFB

Welches Ziel verfolgst Du wenn Du das hier machst – was ist dein Ideal? Was motiviert dich, mit Erwachsenen auf den Bauernhof zu gehen und welche Ziele verfolgst du?

Wie läuft das mit der Finanzierung?

Wieviel wichtiger ist das selbst erfahren als dasvermitteln von Wissen in Bezug auf Kinder? Wie wichtig ist es, sie das selbst reflektieren zu lassen, als ihnen Wissen aufzudrücken?

Erachtest Du es als sinnvoll, dass Angestellte aus dem Lebensmittelbereich sich einen Hof ansehen und die Workshops mitmachen? Wie authentisch muss so eine Veranstaltung sein? Muss der Raum blitzeblank sein?

An wen richtet sich das Angebot?

Zum konkreten Ort

Wie oft bist du hier?

Zum Prozess des Workshops

Was erwartest Du davon, wie du mit uns angefangen hast?

Wie willst du im Laufe des Nachmittags die Begeisterung wecken, obwohl alle an einem unterschiedlichen Punkt sind? Wie stellst Du dir vor, dass du es bei den meisten schaffst?

Zur Methode Erfahrungsfeld

Wie schafft man es in einer heterogenen Gruppe alle mitzunehmen? Wie schafft man es generell, dass Unternehmen auf den Bauernhof gehen und Mist schippen?

Mit welchen Zielgruppen kommst Du auf einen Bauernhof und wieviel praktische Arbeit ist damit verbunden?

Wie schafft man den Spagat zwischen landwirtschaftlichem Wissen und Landwirtschaft in der ganzen Komplexität zu vermitteln?

Was ist die ideale Gruppengröße für so eine Veranstaltung?

Was ist der Unterschied zur Bauernhofpädagogik?

Was soll allgemein vermittelt werden? Was sind die Ziele?

Wen man eine Veranstaltung im Hof macht, stellt man dann trotzdem den ganzen Hof vor oder bleibt man in dem Bereich?

Welche Rolle nimmst Du ein bei der ganzen Sache – vermittelnd oder anleitend?

Ist die Methode immer dieselbe ist oder bist Du flexibel?

Die Entwartung

Statt nun jedoch die Fragen einfach zu beantworten, widmeten wir uns im Folgenden ganz den verschiedenen Fragen und ihren – von den Fragestellenden hineingelegten Bedeutungen. Zunächst jedoch machten wir deutlich, dass sich diese Fragen sicherlich nicht alle in den kommenden 2,5 Stunden beantworten ließen. Diese Entwartung ist auch Bestandteil unserer Führungen: Erwartungen erkennen und dem Gast mitteilen, dass wir, wenn wir entdeckend den Hof erkunden, vielleicht nicht alle Fragen beantworten können.

Die Gesprächslandkarte 8×8®

Nachdem wir feststellen konnten, dass keine der gestellten Fragen persönlich formuliert war und es in der Regel um den Wunsch nach allgemeiner Erklärung oder unserer persönlichen Meinung ging, begannen wir darzustellen, was sich hinter jeder gestellten Frage verbirgt: Die Vergangenheit und die Zukunft des Fragenden, seine Meinungen, Begriffe und Vorurteile genauso wie auch seine Wahrnehmungen und faktischen Erfahrungen. Aber auch seine persönlichen Ideale, Zielsetzungen und Visionen, sowie die Suche nach den möglichen Schritten dorthin.

Ausgestattet mit diesem Wissen ging es dann doch auf den Hof. Und beim ersten Umschauen entstanden schon Fragen zum Betrieb. Statt hier zu antworten, begannen die Teilnehmenden direkt Rückfragen zu stellen – und entdeckten so, wie sich die Gruppe entlang des Interesses des Fragenden in Bewegung setzte und Zusammenhänge des Hofes erkundete.

Wir zeigten ihnen die Gesprächslandkarte 8×8, die als Modell erlaubt, zu verstehen, welche Fragen als Gegenfragen entwickelt werden können. Alle Teilnehmenden bekamen zum Abschluss das Zertifizierungs-Heft in die Hand und das zweite Modul der Zertifizierung anerkannt.

Feedback

Im Feedback zeigte sich dann, dass alle einige neue Impulse mitgenommen hatten und auch umsetzen wollten. Auch in unserem persönlichen Rückblick konnten wir gut nachempfinden, an welchen Stellen die Wirkungen entstanden und wie selbst die Rückfragen der Teilnehmenden durch das Befragen zu immer neuen Überraschungen führten. Sehr spannend war für uns, das trotz vorheriger Entwartung am Ende alle Teilnehmenden sagten, ihre Fragen wären beantwortet worden oder hätten sich weiterentwickelt – obwohl sie während des Workshops kaum angesprochen worden sind.

Wenn auch Du Lust hast, einen solchen Workshop mal mitzumachen oder mit uns gemeinsam zu organisieren, dann trau dich und melde dich bei uns. Wir brauchen mindestens 8 Teilnehmer für unsere Workshops – dann können wir Termine verabreden und gemeinsam in die Bewerbung solcher Veranstaltungen gehen.

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Die Kunst, die richtigen Fragen zu stellen

Am 7.6.2017 waren wir zu Gast in Hückeswagen auf dem Glöckner-Hof von Grit Glöckner-Kolodzeij  um dort wieder einen Tag mit zwei Modulen zur Zertifizierung durchzuführen. Diesmal hatte sich auch Bauer Willi angemeldet, der seit einigen Jahren einen immer wieder lesenswerten Blog schreibt und dort ebenfalls Fragen aufwirft, die die Gesellschaft und die Landwirtschaft wieder mehr zusammen bringen können.

Im Modul 2 mit dem Titel „Öffentlichkeitsarbeit in der Landwirtschaft“ geht es darum: Die richtigen Fragen zu stellen, statt frühzeitig mit Antworten den Vor-Urteilen von Öffentlichkeit noch mehr Wasser auf die Mühlen zu geben. Den Anlass beschreibt Olaf Keser-Wagner wie folgt: „Vielfach erleben wir, dass Antworten gegeben werden auf Fragen, die noch gar nicht gestellt wurden! Und oft erkennen wir, dass sich Landwirte viel zu sehr rechtfertigen für etwas, was im Kopfe des Gastes ist – und nicht in der realen Landwirtscahft. Hier gilt es zunächst einmal mit Gegenfragen das Denken der Gäste wirklich zu verstehen, ehe vorschnell eine Antwort gegeben wird. Das gezielte Rückfragen – ohne den Gast dabei auf die Nerven zu fallen – führt dann oft zu ganz erstaunlichen Erkenntnissen.“

Doch wie werden diese Fragen gestellt? Dazu ist es notwendig, dass man überhaupt versteht, was eine Frage eigentlich bedeutet – in genau der Meinung, die der Fragende hat. Und es wird wichtig zu erkennen, wie schnell man dem Anderen etwas unterstellt, was dieser jedoch nicht gefragt hat.

Stell dir vor, du bist Landwirt mit einem Laufstall für 200 Milchkühe. Was bedeutet dann die Frage eines Gastes: „Warum machen Sie Massentierhaltung?“

Überlege dir, was würdest Du jetzt antworten wollen? Welche Aspekte würdest Du dem Fragenden entgegenstellen oder würdest Du ihn sogar unterstützen?

Und dann überlege dir nochmal: Welche Erfahrungen hat denn wohl dein Gast, um dir diese Frage zu stellen. Und was will er damit erreichen?

Pausengespräche … Viele Gemeinsamkeiten
v.l.n.r.: Anika Oppermann (EFB), Olaf Keser-Wagner (EFB) Grit Glöckner-Kolodzeij (Glöckner-Hof), Bauer Willi

Allein bei der letzten Frage wird klar, dass wir rückfragen müssen. Denn es mag Gäste geben, die sich produzieren wollen und ihr Wissen den anderen gegenüber vorstellen wollen. Andere wollen jeden davon überzeugen, als Veganer zu leben und wiederum andere wollen wissen, wie sich wirtschaftlich die Landwirtschaft heute darstellt. Es gäbe noch viele verschiedene Ziele, die mit dieser gestellten Frage verbunden sein könnten. Das bedeutet jedoch auch: Wer sich jetzt schon auf eine Antwort festgelegt hat, wird vermutlich eher leicht bis ganz daneben liegen, als dem Fragenden wirklich die Antwort zu geben, die er sucht.

Auch Bauer Willi war begeistert: „Ich spreche auf meinen Vorträgen auch immer davon, dass man mehr Fragen stellen muss. In Zukunft kann ich sagen, dass es Experten dafür gibt, die Menschen beibringen können, gute Rückfragen zu finden“.

Wer es selbst ausprobieren will oder mal einen ersten Eindruck gewinnen will vom Erfahrungsfeld Bauernhof, der kann dies am 28. und 29. Juni machen. Mehr Infos dazu unter www.efb-ev.org/veranstaltungen/

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Vorstand und Beirat entscheiden nächste Schritte

Vorstand und Beirat des Erfahrungsfeld-Bauernhof e.V. (v.l.n.r: Olaf Keser-Wagner (Vorsitz), Anika Oppermann (Schriftführerin), Claudia Klebach (Beirat), Anne Eid (Schatzmeisterin))

Aus Anlass der Neuwahl von Frau Dr. Anika Oppermann in den Vorstand des Erfahrungsfeld-Bauernhof e.V. (EFB) trafen sich am 8.5.2017 die Vorstands- und Beiratsmitglieder des Vereins zu gemeinsamen Abstimmungen. Da alle nebenberuflich die Weiterentwicklung des Vereins betreiben, standen Fragen im Vordergrund, wie man die Aufgaben sinnvoll verteilen, rhythmisieren und vereinfachen kann. Dabei wird in Zukunft auch die immer größere Möglichkeit des Internets eine Rolle spielen. Kann man die Anmeldebestätigung, die Abrechnung und die Newsletter aus einem einzigen Programm heraus abwickeln? Wie erhält man schnell aktuelle Teilnehmerdaten und ermöglicht kein doppeltes Eintragen von Emails in Newsletterdatenbanken und Adressdaten?

Aber auch Fragen an die Modularisierung der Zertifizierung wurden gestellt. Was ist die richtige Reihenfolge? Bringt die Modularisierung auch das, was sie bringen soll? Hier konnte festgestellt werden, dass wir nach wie vor hinter der Entwicklung stehen, da sie eine größtmögliche Flexibilität für alle Teilnehmenden und auch die Durchführung bietet. So konnte berichtet werden, dass beispielsweise über die Modularisierung auch geschlossene Veranstaltungen dazu genutzt werden können, um Interessenten für neue EFB-Zertifizierungen zu finden. Auf der Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof z.B. wurde in einem Workshop das Modul zur Preisbildung angeboten. Den TeilnehmerInnen wurde anschließend auf Wunsch das Zertifizierungsheft bereits mit einem Eintrag ausgehändigt. Andere Veranstalter fragen an, wie man mit einer Zertifizierung beginnen könne. Dann lässt sich aus den 9 Themenfelder ein Themenschwerpunkt finden, der zum Einstieg in die Zertifizierung einlädt. Sei es die Führung über einen Betrieb oder auch eine vertiefende Thematik hinsichtlich Sinnesentwicklung, Gesprächslandkarte 8×8 oder Preisbildung.

Online soll es für bereits zertifizierte EFB-Begleiter einzelne Themen auch als Webinar zum Abruf geben. Hier muss noch geklärt werden, welche Plattform für ein Streaming genutzt werden kann und mit wieviel Aufwand dieses hochgeladen werden muss.

Anfragen aus dem Alpenvorland genauso wie aus dem Münsteraner Raum werden zurzeit weiter verfolgt. Dort sollen im Herbst weitere Module angeboten werden. Die Termine sind teilweise schon fix, die Wahl der Höfe noch nicht.

Die bislang für uns kostenlose Plattform OnlyOffice hat ihren Dienst nun Kostenpflichtig gemacht. Da die Plattform jedoch selten genutzt wurde, wird es in Zukunft eher darum gehen auf der Website einen internen Bereich zu entwickeln, in dem man Dokumente zur Verfügung stellen kann und sich gegenseitig unterstützen kann. Dies lässt sich gut kombinieren mit den Rechten im Kalender und in den eigenen Webpräsenzen Beiträge zu schreiben.

Der Vorstand und Beirat bedankt sich nochmal auf das Herzlichste bei Daniela Hölz vom Elkenhof, die als Schriftführerin tätig war und uns immer wieder ihren Hof zur Verfügung stellt. Zum Glück bleibt uns der Hof erhalten – der sicherlich einen Besuch wert ist. An ihre Stelle tritt nun Dr. Anika Oppermann, die uns momentan von Hildesheim aus unterstütz und sich „den Norden“ vorgenommen hat. Dort laufen Gespräche mit den Landwirtschaftskammern und verschiedenen Verbänden über mögliche Veranstaltungen.

Wir können also gespannt in die Zukunft und auf die nächsten Termine schauen. Das wesentliche, was uns noch fehlt, sind Menschen, die von uns weitererzählen, uns empfehlen für Vorträge, Tagungen, Hofveranstaltungen und die die Idee wirklich vom Interesse des Gastes aus einen Hof zu erkunden, weitertragen. Ein erster Schritt dazu könnte sein: Unseren Newsletter weiterzuempfehlen – oder eine unserer nächsten Veranstaltungen.

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Die neue Zertifizierung hat begonnen

Übersicht über die Module und den Aufbau

Ich will hier kurz einen Überblick über die neue Zertifizierung geben. Außerdem gibt es ab sofort das Heft mit den Leistungsnachweisen zum Download hier

Warum eine Zertifizierung?

Es gibt viele Begriffe in der Umweltpädagogik: „Bauernhofpädagogik mit allen Sinnen“, „Erlebnispädagogik“, „Lernort Bauernhof“ und andere sind vielen Menschen bekannt. Vieles was unter diesem Begriff passiert, ermöglicht auch Erfahrungen und Erlebnisse. Während jedoch bei den meisten Angeboten die Wissensvermittlung im Vordergrund steht, geht es beim EFB um die persönliche Begegnung mit der Urproduktion. Um sicher zu stellen, dass diese persönliche Begegnung gelingt, entwickeln wir mit Dir schrittweise spezielle Kompetenzen, welche Dich nach Abschluss der Zertifizierung dazu befähigen  Führungen zu geben, welche der Qualität des Erfahrungsfeld-Bauernhof e.V. entspricht.

Wofür brauche ich das Zertifikat?

Das Zertifikat zeigt, dass Du die verschiedenen Aspekte bei einer Begegnung erkennen und verwandeln kannst. Außerdem kannst Du damit auf unserer Homepage eigene Angebote, z.B. Führungen, einstellen und auf Deiner Unterseite Berichte von spannenden Erlebnissen aus Deiner EFB-Praxis präsentieren.

Mit dem Zertifikat wissen auch neu hinzukommende Betriebe, dass die Qualität des Angebots gesichert ist, wenn Du sie auf ihrem Betrieb führst.

Wie sieht die Zertifizierung aus?

Wir möchten Dich ermutigen, Führungen und Veranstaltungen auf Bauernhöfen, in der Urproduktion oder auch der ersten Verarbeitungsstufe „durchzuführen“. Dazu bekommst Du von uns Handwerkszeug, mit dem Du eigene Führungen entwickeln kannst. Übungen, Kenntnisse zu den Methoden des Fragens und Deine wachsende Erfahrung ergänzen die Zertifizierung.

Der zeitliche Ablauf ist sehr flexibel und modular aufgebaut. Einige Module sind Pflicht, hier genannt „Pflicht-Module“, andere kannst Du machen, wenn Du noch mehr wissen willst, hier genannt „Wahl-Modul“. Einzelne Module sind als Webinar abends vom Schreibtisch aus zu erarbeiten. Die genaue Übersicht über die Module und aktuelle Termine der nächsten Module findest Du auf der Homepage unter
www.efb-ev.org/veranstaltungen

Solltest Du schneller Dein Zertifikat machen wollen, als wir Termine auf der Homepage anbieten, dann frage doch einfach nach, ob Du einen eigenen Termin organisieren kannst. Wenn wir mindestens 8 TeilnehmerInnen haben, können wir auch hier sehr flexibel reagieren.

Deine zeitliche Investition:

Insgesamt benötigst Du mindestens die 7 Pflicht-Module. Mindestens ein Modul wird mit uns zusammen online erfüllt. Die anderen sechs werden in der Regel als jeweils zwei Halbtages-Module an einem Tag von 9:30 – 12:30 Uhr und von 13:30 – 16:30 Uhr auf landwirtschaftlichen Betrieben deutschlandweit angeboten.

In der Mittagspause gibt es in der Regel eine kleine Verpflegung, die vom gastgebenden Betrieb zur Verfügung und in Rechnung gestellt wird.

Das Modul am Vormittag enthält immer eine Führung, wobei hier auch Neueinsteiger mit bereits sich in der Zertifizierung befindenden Teilnehmenden zusammen kommen können. Während die Neueinsteiger die Grundidee innerhalb der Führungen selbst erfahren, üben sich die Fortgeschrittenen in der vertieften Beobachtung oder selbst im Führen – je nachdem, wie weit sie sich dieser Aufgabenstellung gewachsen sehen. Denn: Wer bereits Erfahrungen in Hofführungen hat, traut sich oft schneller eine Führung zu machen, als Neueinsteiger, die sich mit der Methodik noch unsicher fühlen.

Wir möchten Dir hier die einzelnen Module beschreiben. Du entscheidest selbst, wann Du welche Pflicht-Module durchführen möchtest und ob Du angebotene Wahlmodule zur Festigung Deines Wissens hinzunehmen möchtest.

Mit der Zertifizierung kannst Du nachweisen, dass Du:

  • die Haltung und Methoden des Erfahrungsfeld-Bauernhof beherrscht.
  • Veranstaltungen und Führungen im Sinne des EFB eigenständig durchführen kannst.
  • Geschichten vom Gelingen erzählen und die Vernetzung und Weiterverbreitung der Idee unterstützen kannst.

Die Teilnahme an den Modulen wird mit Unterschrift der Ausbilder ab Seite 42 bestätigt.

Übersicht der Module

Nr. Titel Schwerpunkte  
1 Mit Fragen führen – vom Erlebnis zur Erfahrung, Einsteigerstatus EFB kennenlernen im Rahmen einer Führung. Reflektion über die Grundlagen von Führungen. Pflicht
2 Öffentlichkeitsarbeit in der Landwirtschaft – vom Umgang mit kritischen Fragen Gesprächslandkarte 8×8 als grundlegende Fragehaltung kennenlernen. Fragen üben. Pflicht
3 Mit Fragen führen – vom Erlebnis zur Erfahrung, Methoden-Beobachter EFB-Führung mit Methodenkenntnissen beobachten und Reflektion über die Wirkweise der Methodik. Wahl
4 Vom Gleichgewicht und dem Gemeinschaftssinn Die Sinne als Grundlage zur Entwicklung von Übungen. Sinnesentfaltung als Grundlage von Begegnung. Pflicht
5 Mit Fragen führen – vom Erlebnis zur Erfahrung, Nachweis der Durchführung Eigenständig eine Führung planen und durchführen. Pflicht
6 Wert-Bildung in der Natur- und Umweltpädagogik Preise für Veranstaltungen kalkulieren  und Preisverhandlungen führen. Psychologische Grundlagen der Preisbildung. Pflicht
7 Netzwerk sichtbar machen – Homepage, Facebook und Co. Online-Modul zur Einführung in die Website, Kalender, SocialMedia und das interne Portal. Pflicht
8 Gruppendynamik und Werkzeugkasten Übungsanregungen zu unterschiedlichen Altersstufen – Was hat meine Lieblingsübung mit dem EFB zu tun? Wahl
9 Geschichten vom Gelingen – Texten für Website und Zeitung Online-Modul – Einen Text erstellen, den Leser erreichen. Wir schreiben unseren Pressetext und Blogbeitrag. Wahl

In der Regel sind zwie Module an jeweils einem Tag angeboten: Vormittags 9:30 – 12:30 Uhr: Module 1, 3, 5, nachmittags die anderen Module im Wechsel und nach Bedarf der Zertifizierungssituation.

Die Module 7 und 9 werden online angeboten und am heimischen PC absolviert.

Wer seine Abschluss-Führung nicht in einem der Module 1, 3, 5 absolvieren kann, kann mit einem zertifizierten EFB-Begleiter eine eigene Führung organisieren und die Durchführung schriftlich dokumentieren, sodass erkennbar ist, wie die Methodik konkret angewandt wurde. Hierzu ist eine Absprache mit dem Ausbildungsteam notwendig.