Auf der Suche nach den Bienen

Es war für uns eine große Überraschung. Für manch einen Lehrer wird es vielleicht eine Freude gewesen sein. Wir erlebten in der Beispielführung auf dem Gut Hohenberg drei Schüler, die uns über den Hof geführt haben.

Der Reihe nach: die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Herbst-Zertifizierung zum EFB-Begleiter haben ihr erstes Modul. Wir erleben gemeinsam zunächst eine Führung über den Schulbauernhof Gut Hohenberg der Stiftung Ökologie und Landbau. Dabei entdecken wir ebenfalls die vielen Bienen in den unterschiedlichsten Kisten.

Im Theorieteil wird dann zusammengetragen und geübt, wie Fragen an die Teilnehmer einer Führung zu stellen sind.

Am zweiten Tag geht es dann um ein konkretes üben. Wir fragen drei Schüler, ob sie uns den Hof zeigen können, vorallem mit den Stellen, die sie am meisten interessieren und begeistern. Und dann passiert das Überraschende:

Die Kinder sind bereits den dritten Tag auf dem Hof. Sie kennen die Tiere mit Namen, wissen viel über die Haltung und den Nutzen der Tiere. Sie gestalten eine Führung, wie sie von einem Erwachsenen häufig nicht anders gemacht wird: Sie überlegten sich, wie sie alles zeigen könnten, ohne einen großen Umweg zu laufen. Und fragten uns auch, ob wir noch Fragen hätten.

Ihre vielen Hinweise, die sie zu den Tieren, den Namen, dem Alter der Esel zu Beispiel etc. gegeben haben, waren den Teilnehmern schon schnell zuviel. Sie erlebten nochmal am eigenen Leibe, wie es ist, mit Wissen zugetextet zu werden. Sicherlich, dass ein- oder andere war dabei, was interessant war. Aber es fehlte der Zusammenhang. Zu viel Wissensvermittlung verhindert die Erfahrung am eigenen Leib, verhindert das Begreifen der Zusammenhänge.

Dann haben wir die methode Erfahrungsfeld-Bauernhof angewendet und die Kinder in ihre eigenen Erfahrungen und Fragen begleitet. Durch Rückfragen wurde der Zusammenhang selbst entdeckt. „Was findest Du denn lustig an den Schweinen?“ lautete so eine Frage. Und dann gingen wir in den Schweineauslauf und fassten mal den Schlamm in der Suhle an. „Der ist so cremig“ war dann eine überraschende Aussage.

Wir folgten nun dem Interesse an den Dingen, die die Kinder zwar schon gesehen und erklärt hatten, jedoch noch nicht entdecken konnten. So kamen wir zu den Bienen.

„Traust Du dich, den Kasten zu öfnen?“ „Hörst Du, ob noch welche darin sind?“

Im Herbst einen Bienenkasten zu öffnen und die Waben darin zu erkennen, die eigene Vorstellung, wie es darin aussehen mag, mit der Wahrnehmung abzugleichen – das waren nun spannende Herausforderungen.

Wir haben es nicht bereut: Auch der ein oder andere Erwachsene in der Führung traute seinen Sinnen nicht.

Jetzt freuen wir uns auf den nächsten Teil der Ausbildung.

 

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